Apfel im Schlafrock

Bin ich ein Nerd? Oder verschlafe ich eher neue Technologien? Für jemanden, der in der ach so hippen Werbewelt werkelt, ist es ja fast schon ein Eingeständnis an Technikfeindlichkeit, wenn ich sage, dass mein erster MP3-Player kein ipod war. Und mein zweiter auch nicht. Ich bin ein Kind der 80er und von Sony Walkman. Und mein Handy ist auch kein iphone. Es war für mich ein beängstigendes Gefühl, als auf einem Kongress für Jugendmarketing die Hälfte der Fachbesucher in den Pausen ihre iphones auspackten, um in bester Kindergartenmanier („Meiner ist aber größer“) zu schauen, wer den Längsten hat. Also den längsten Bestand an Apps meine ich. Beängstigend deshalb, weil es mich an den Kalauer erinnerte „Wir haben die Möbellinie „Wohnen für Individualisten“ – die haben bei uns alle“. Zufrieden zog ICH meinen damals neu erschienenen Asus eeepc aus der Tasche und war mir plötzlich der Aufmerksamkeit der Anwesenden sicher. Was also ist nun an dem heutigen denkwürdigen Tag, an dem Apple sein ipad präsentiert hat, zu tun? Kaufen oder den Trend verschnarchen? Für einen Moment Held vom Erdbeerfeld sein? Was mich fast noch mehr reizt als die Tatsache, dass das Ding verdammt sexy ist, ist die Aussage von Senior Vice President Jony Ive: „I don’t have to change myself to fit the product. It fits  me.“ Aber Jony, ich nehme Dich beim Wort. Ich brauche wohl doch kein ipad. Vorerst. Aber ich brauche sehr bald einen neuen Rechner. Aber damit wäre ich wieder nur Nachzügler. Mist. Das Leben ist einfach unfair. Mit irgendwas muss man ja kontern, wenn alle mit nem ipad dahocken. Vielleicht sollte ich eine Zeitung mitnehmen. 🙂

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