„Wörter, die wo da wo…

…garnedd gehn tun.“ heißt eine Liste, die ich im Büro erstellt habe. Darauf stehen Wörter, die sowas von nicht mehr gehen. Weil sie altbacken sind, überholt, unverständlich oder die ich einfach nur doof finde. Hier also ein Auszug, was wo da wo garnedd geht inklusive eines Satzes im Zusammenhang:

„fesch“ – „Ich habe mir einen feschen Anzug gekauft.“ Einfach nur Wäh!

„Leuchtmittel“ – „Leuchtmittel im Preis nicht inbegriffen“…Herrje, das ist ja wohl Beamtendeutsch der übelsten Sorte und noch depperter wie „Sitzmöbel“ oder „Sitzgruppe“.

„frech“ – „Ich möchte einen frechen Haarschnitt!“ Frech…damit assoziiere ich kleine Kids mit Sommersproßen und Baumhaus. Nee, dann lieber erwachsen werden. „FRECHE Haarschnitte“ sind eine Frechheit.

„poppig“ –  „Den Mixer gibt es in vier poppigen Farben.“ Wer braucht schon einen Mixer zum Poppen?

„prall“ – „Das war ja prall!“ Im Sinne von supi, dolle, geil usw….Nunja. Kann sich noch jemand an die Serie „Ich heirate eine Familie“ erinnern? Laut Autor Curt Flatow war das damals absoluter Trend bei Jugendsprache. Irrtum. Der Ausdruck war in den 80ern schon bescheuert.

Apropos „supi“ oder „feini“ – „Das ist ja feini!“ I-Adjektive gibt es im Japanischen und sie machen Sinn. Und auch nur da. „Supi“ oder „feini“ klingen im Deutschen einfach nur schrotti(g) und erinnern eher an Dackelnamen: „Komm Waldi! Supi, mach Platz! Ja, so is feini“. Genauso blöd wäre „guti“, „schlechti“, „tolli“, „lusti(gi)“ oder „pfiffi“. Das ist nur zum brechi.

„dufte“ – „Ich habe einen duften Typen kennengelernt.“ Schön, wenn der Typ nedd müffelt. Das ist bei Männern selten.

Und wo wir gerade im Beziehungsleben sind: Das absolut dämlichste Wort in einer Kontaktanzeige ist….na? Genau! „Vorzeigbar“. Wie kann man sich als „vorzeigbar“ bezeichnen? Das klingt nach „es wird einem nicht gleich beim ersten Anblick kotzübel.“ Gut, das hat mehr Zeichen und ist daher teurer in einer Anzeige. Wenn man DAS sagen will: Von mir aus. Alle anderen sollten lieber „nett“ benutzen. Dann weiß jeder: bleiben lassen. Denn „nett“ ist bekanntlich die kleine Schwester von Sch…

„knorke“ – „Ich habe da mal eine knorke Frage.“ Im Sinne von „schwierig“ oder „anspruchsvoll“…..Klingt ja wohl eher nach einer alten knorrigen Eiche. Bleiben lassen!

„Mucke“ – „Hey, verdammt geile Mucke hier!“. Was? Ach, ihr habt ein Problem mit notgeilen Stechfliegen oder was? Achso, keine Insekten…Musik….Nee, ich finde, Mucke klingt eher nach Dumpfbackenprolls und Dorfdisco.

Und nun meine absolute Nummer 1 der NO-GO-Wörter: „FLOTT“ – „Hach, was haben Sie aber für nen flotten Pulli an?!“ *ding ding ding ding ding* Das geht sowas von Ü-BER-HAUPT nicht!

Die Reihe wird laufend fortgesetzt, denn die besagte Liste in meinem Büro umfasst inzwischen weit über 30 Begriffe. Du hast auch ein paar Wörter, die wo da wo garnedd gehn tun? Her damit!

Eine Antwort zu “„Wörter, die wo da wo…”

  1. Peter sagt:

    Für mich ist so ein Wort, welches mich in angehende Aggressionen versetzt, „Mahlzeit“. Leider gibt es zwischen 11 und 14 Uhr in unserem Gebäude keinen anderen Gruß. In der Kantine antworte ich bewusst penetrant mit allen anderen Grußmöglichkeiten darauf, wenn einem an der Essensausgabe oder Kasse dieses Wort um die Ohren geschlagen wird. Aber geholfen hat es bisher eher nicht.