Immer noch Wörter, die wo da wo…

…garnedd gehn tun….Zweiter Teil der Rubrik über Wörter, die ich im Büro zu meinen persönlichen Unwörtern erklärt habe.

„Mahlzeit!“ Dieser Begriff – oder besser dieser Ausruf – geht sowas von überhaupt nicht. Früher…ja früher….ganz früher…da sagte man „Der Herr segne diese Mahlzeit.“ Als die Leute fauler und fetter wurden, hieß es dann „Gesegnete Mahlzeit!“, was den spirituellen Aspekt bereits ausklammerte und das Augenmerk stärker auf das Futter fixierte. Als selbst das zu kompliziert wurde, wohl weil man im Heißhunger nur noch sabbernd vorm Essen saß und selbst ein Satz mit mehreren Wörtern zu lang wurde, blieb dann nur noch ein „Mahlzeit!“ übrig. Ich habe in einer Bank gelernt und ab 11.30 Uhr wurde die Bude zum Hexenkessel. Da mahlzeitete es an allen Ecken und Enden und schon von weitem wurde einem „Maaaaaahlzeeeeeit!“ entgegenschallmeit. Am besten doppelt und dreifach, weil die Leute vor lauter Mahlzeit-Brüllen vergessen hatten, wem sie denn schon alles wie oft diesen fröhlichen Essens-Gruß entgegengeblökt haben. GRAUENHAFT! Da vergeht einem der Hunger. Prost Mahlzeit…

„schmissig“…ja…..toll….was soll mir dieses Wort sagen? „Der Song war schmissig.“ gesprochen „schmissich“. Weil mir das Buch nicht gefiel schmissicheswech. Oder so. Schmissig. Mit „M“ halt. Nicht vergessen. Sonst isses echt sch….aber das finde ich das Wort sowieso.

„schneidig“. Das sind Messer. Meistens zumindest. Aber sonst? Neee….very altmodisch.

„Eigengewächs“. Das klingt so nach Furunkel? „Ich habe ein Eigengewächs am Hintern“??? Weit gefehlt. Eigentlich stammt der Begriff aus der Sportberichterstattung: „Die erste Herrenmannschaft des 5. FC Königshausen wird nun verstärkt durch sein Eigengewächs Wichthelm Hufenburger.“ Soll heißen: der kommt von da und hats kicken dort gelernt. Super. Also vergleicht man die Leute mit Vergißmeinicht und Huflattich? Macht man das so im Sport??

„Urgestein“ ist da auch so ein Klassiker. „Das Urgestein des Heavy Metal.“ Im Sinne von: War schon immer da. Klingt aber auch wenig schmeichelhaft, finde ich….oder wollte jemand ernsthaft mit der Dinozeit verglichen werden?

„hold“ stammt zwar nicht von den Saurieren ab, aber seinen Höhepünkt dürfte das Wort wohl auch eher in der Zeit um Siegfried, Kunigunde, Wichtrud, Edeltraud und Jodelkraut gehabt haben. „Holde Jungfrau mit lockigem Haar.“ Heute ist man weder hold noch Jungfrau. Höchstens das Haar ist noch lockig.

„Knaben“. Stand bei mir an der Grundschule an der Jungen-Toilette. Und ich traute mich schon damals da nicht rein, weil das Wort sowas nach Kindesmißbrauch klingt, dass es sowas von wo da wo garnedd gehen tut. *Erschauder*

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