Das merkwürdige Duschverhalten geschlechtsreifer Großstädter, Teil 1

Im Leben gibt es Situationen, da sollte man am besten einfach die Schnauze halten.  Und loslachen  geht dann auch schonmal garnicht. Die Dusche in dem von mir regelmäßig besuchten Fitness-Studio ist so ein Ort. Eigentlich will man da nur ein wenig planschen, waschen, duschen und sich der Tatsache erfreuen, dass man ein oftmals mehrstündiges Training halbwegs heil überstanden hat. Aber wenn man, wie ich *angeb*, oft genug pro Woche dort ist, dann fällt einem das schon auf, dass es Verhaltensmuster gibt, die es einem schwer machen, nicht sofort lauthals loszugackern. Einige dieser Verhaltensweisen der Spezies homo masculinaris will ich hier mal in unregelmäßigen Abständen näher beleuchten. Beginnen möchte ich mit einer Type, die mich überhaupt auf den Gedanken gebacht hat, dass manche Menschen anders sind: Dem Bongo-Boxer.

Der Bongo-Boxer ist eine zunächst recht unauffällige Dusch-Spezies. Während weite Teile des Körpers effektiv und zielgerichtet gereinigt werden, scheint diese Art im Falle der Reinigung des Gemächts diesem eine Art Hassliebe entgegenzubringen. Anders ist es mir nicht zu erklären, dass die Handbewegung, die der Reiningung dient, eher an einen Rocky-Film erinnern, in dem der Titelheld beim Training die berühmte Kunstlederblase, die sogenannte Birne, rythmisch antickert. Exakt so verhält es sich hier, wohl in der Hoffnung, das (hoffentlich) hängende Objekt möglichst von allen Seiten mit breit gefächerten Fingern gleichmässig weichzuklopfen, um so etwaige Verschmutzungen quasi hinauszuprügeln. Es fehlt zu diesem rythmischen Gehämmere eigentlich nur noch ein tranceartiges Singen von „Heia Ho Heia Ho Heia Ho Heia Ho“. Dass ich hierbei noch keine Schmerzensschreie hören könnte, weil mal der eine oder andere Wedler dann doch ein wenig zu tief ging, mag da nun wirklich reiner Zufall sein. Ob es aber zu Spätschäden, etwa in Form fauler Eier, weicher Birnen oder Schlappnudeln kommt, bleibt hier noch abzuwarten und sollte unbedingt wissenschaftlich weiter beobachtet werden.

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