Pixars „OBEN“ in der Kurzkritik

Gestern war ich in „OBEN“ (engl. „UP“). Hier ein paar Takte dazu: Wer meint, 90 Minuten am laufenden Band abzulachen, der wird enttäuscht werden. Die meisten Gags sind bereits im Trailer verbraten. Aber: Für mich besitzt der Filme eine wunderbar poetische Magie, die den Zuschauer verzauber kann – wenn er sich darauf einlassen will. In mir weckte der Film bereits in den ersten Minuten emotionale Momente und erzeugte eine starke Identifikation mit Carl, der Hauptfigur. Und: Diverse Filmzitate machen einfach Spaß. Ob allerdings der Bezug zu Klaus Kinski in „Fitzcaraldo“ gewollt ist, der einen Dampfer durch den Dschungel zieht, mag dahingestellt sein. Schön anzusehen ist es allemal, wenn Carl seine alte Hütte im Schlepptau hinter sich herzieht. Was mir das Finale ein wenig vermiest hat: Pixar gehört zu Disney und deshalb steht offenbar das Attribut „familientauglich“ ganz oben. Und genau hier liegt der Grund, warum der Film meiner Ansicht nach ein wenig zwischen den Stühlen steht. Es greift leider zu sehr das alte Gut/Böse-Muster auf, das auch noch zu allem Übel disneytypisch gelöst wird. Leider. Denn dies lässt wenig Raum, darauf zu verweisen, dass nicht nur Carl, sondern auch sein Widersacher im Grunde auf vergrantelte Art ihren persönlichen Luftschlössern nachjagen und sich bisweilen näher stehen, als sie es zugeben können. Sehenswert – und des derzeitgen 3D-Hypes zum Trotz, in 2D. Ohne Kopfschmerzen, ohne Wegwerfbrille und ohne das Gefühl, dass Effekte die Story killen.

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