Archiv für die Kategorie ‘Film’

Cineastisches Verwirrspiel: Shutter Island

Dienstag, 30. März 2010

Wieder mal so ein Film, wo ich reinwill und wo sich bei allen, die ich frage, ob sie mitkommen, die Begeisterung geradezu überschlägt. „Neeee“, „Bloooooß nicht“, „ach, dumm, dass ich da was vorhabe“….“ich muss ganz schnell meine Oma besuchen“. Also bin ich gestern Abend allein ins Kino, um mir noch schnell den genial-genialen Film „Shutter Island“ anzuschauen – und nebenbei noch ein paar Live-Studien zum Thema „Murphy’s Law“ durchzuführen. Denn: Was passiert, wenn man zwei Plätze in einem nur halbwegs gut besuchten Film reserviert hat, aber nur einen braucht? Man freut sich zunächst, dass der Nachbarplatz frei bleibt und rückt rüber, um zu den Nachbarn ein wenig Platz zu schaffen. Mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit kommt dann genau das übernächste Paar zu einem, um einen mit gespielter Höflichkeit darauf hinzuweisen,  dass man wieder in seine alte müffelige Sitzplatzfalle rücken darf. Nach dem Motto: „Rück rüber an Deinen Platz und ertrage heldenhaft das widerlich aufdringliche Nuttendiesel der postpubertären Göre neben Dir!“. Dieser zauberhafte Geruch von Moschus, Lavendel, Silikon und faulen Eiern hatte dann offenbar aber auch zur Folge,  dass auch das Paar neben mir ebenfalls von dannen rückte. Es war ja noch was frei  – die jüngst käuflich erworbene Bierflasche im Schlepptau.  Wir ahnen, was dann geschah. Kaum hatte man es sich „eins weiter“ häuslich eingerichtet, kam das nächste übernächste Paar angeschlunzt, um mit gespielter Verwirrtheit herumzuraten, wo denn nun genau der eigene Doppelsitz sein möge – um dann mit noch gespielterer Höflichkeit die jüngst Verrückten zur Rückkehr ins süßliche Müffelloch aufzufordern. Für mich der GAU: Bierdunst zur einen, das Ergebnis eines Cosmos Chemiebaukastens zur anderen Seite. Überflüssig zu erwähnen, dass die „dufte“ Seite noch dringend ein Eis brauchte („Entschuldigung, darf ich nochmal durch…? Ja, danke, ups…hihi…Sorry….) und auf der bierseligen Seite während des Filmes der raschlige Mantel DRINGEND neu auf der Armlehne geordent werden mußte. Was kostet nochmal so ein schicker Beamer für zu Hause? Ach ja, ein Film lief ja auch. Der war nun so großartig, dass mich selbst das raschelige Müffelfuselrücken nicht wirklich ablenken konnte. Naja, so ein klein bißchen nur. Also: Mein absoluter Fast-zu-spät-Tipp: Shutter Island. Ein Film, der keine dreidimensionale Jahrmarktschreierei braucht.

Alice im Wunderland in DreiDe

Montag, 22. März 2010

Samstag war es dann noch diversen erfolglosen Versuchen (ausverkauft, ausverkauft, ausverkauft) Versuchen so weit und ich konnte endlich Alice im Wunderland in 3D sehen. Regie: Tim Burton. Ja. Ich würde mir auch ansehen, wenn Tim Burton einen Sack Zement inszeniert, denn ich bin Fan seiner Werke.  Und ja, ich hab neulich erst gesagt, dass ich mir wegen des Rummels um 3D diesen Affentanz nicht  mehr geben will. Hab ich aber dann doch und wieder frage ich mich: Wieso? Knapp 12 Euro Eintritt (immerhin war die Brille diesmal dabei und ich hab jetzt zwei von den Dingern rumliegen), Reservierung nur gegen Vorkasse oder aber telefonisch ohne Vorkasse, dafür ohne Angabe, wo man sitzt. Grandios. Ein rammelvolles Kino, was mich ja für die Betreiber freut und dafür….ja…die Vorteile….*grübel* Es sieht dann eben dreidimensional aus. Super. Ganz ehrlich? Ich kann dem immer noch nicht viel abgewinnen. Über „Tron Redödelt“ habe ich mich ja schon ausgelassen. Dessen Trailer sah in 3D schick aus, aber wenn man mal die schicke Schale weglässt, bleibt eine Handlung zum Jaulen. Danke. Brauch ich nicht. Aber was war mit Alice? Der war auch schick. Aber weniger wegen 3D, sondern einfach deshalb, weil die Burton-Welt einfach Burton ist. Die Bäume sehen aus, wie aus Sleepy Hollow entsprungen, die Figuren sind herrlich grotesk und auch mit Windmühlen und Haunted Houses hat es der Meister ja. 3D hingegen hinterließ bei mir schmerzende Augen und das Gefühl, dass man mit der Brille (welch ein Glück zieht man die immer nur auf, wenns dunkel ist) aussieht wie Nana Mouskouri. 3D? Dumm, Depp, Doof. Oder einfach nur Deuer, Dabbiusch und Dann bis zum nächsten 3D?

Tron Reloaded, Version 5.6.0.7.2.1punkt-was-auch-immer

Mittwoch, 10. März 2010

Früher…also ganz früher…als mein Commodore 64 noch die Krone der heimischen Computerwelt war, habe ich irgendwann in der ARD mal den Film „TRON“ gesehen. Wow. So also fühlt es sich an, wenn man mit Computern kämpft – ein Zustand, den inzwischen viele von uns jeden Tag kennen, auch wenn es dazu nicht zwingend nötig ist, in den Rechner gesaugt zu werden. Man tendiert eher dazu, etwas anderes in denselben zu saugen, damit das Mistding endlich Ruhe gibt. Aber lassen wir das. TRON ist für mich so einer der Fälle, wo man sich freut, den Film nach vielen Jahren endlich wieder mal auf DVD sehen zu können – und zumindest ich fassungslos vorm Fernseher saß und mich fragte, was ich damals an dem Ding gefunden habe.  Danke, nett, nächster Halt: ebay. Schade eigentlich. Die Zeiten, wo man sich in Rechner saugen lässt und dann mit digitalen Bits und Bytes-Motorrädern/Krädern/Töffs durch die CPU hetzt, um dann von einem Diskus die Festplatte weggeratzt zu bekommen, sind ja wohl vorbei, oder? Denkste. Was um alles in der Welt hat Disney geritten, nun, 25 Jahre nach TRON den Nachfolger, TRON LEGACY, zu booten? Die Story? Also, man wird in den PC gesaugt, um dort mit digitalen Bits und Bytes-Moto….ach was solls…seht selbst…

Hallihollywood….Oscar im Schlafsack?

Montag, 08. März 2010

Hurra! Deutschland … Ach nee….Mist…Österreich hat seinen Academy Award-Star. Naja, ein deutschsprachiger Oscar-Gewinner….könnte die Boulevardpresse titeln.  Tat sie aber bisher noch nicht, oder? Aber sie tut so, als ob. Es sei Christoph Waltz gegönnt! Und es sei Kathryn Bigelow gegönnt, den Oscar in Händen zu halten. Hab ich zumindest so im Radio gehört. Denn während sich Kollegen aus der Agentur mit Guarana-Extrakten gepusht haben, um jede Minute Academy Awards miterleben zu können, hat der kleine Elch nämlich friedlich geschlummert. Zu seiner großen Schande muss er dann auch noch zugeben, dass er weder „Hurt Locker“ noch „Inglourious Bastards“ gesehen hat. Und auch nicht „Das weiße Band“. Und dabei hat der kleine Elch nicht mal ein schlechtes Gewissen, denn im Kino gab es soviel zu erleben, dass es abseits der sogenannten „Must Sees“ noch viele andere Filme gab, die in vielerlei Hinsicht angenehme Kinomomente geschaffen haben. Dennoch: Glückwunsch nach Hollywood an alle Preisträger/innen und erfrischt in den Tag – ohne Dopingmittel, denn ICH bin ausgeschlafen:-)

Metropolis…the day(s) after

Mittwoch, 17. Februar 2010

So. Wow. Wadd bin ich geplättet. Immer noch. Der Freitag in der Alten Oper war absolut großartig. Gewissermaßen war es eine Zeitreise, wie sich Kino in den 20er Jahren angefühlt haben muss. Am Eingang erwartete die Zuschauer ein roter, mit mehreren Scheinwerfern angestrahlter Teppich. Innen gab es Programmhefte. Hallo?! Programmhefte…! Ja, man hört, dass es früher im Kino so etwas gegeben haben soll und in einer Special Edition von „Gone With The Wind“ lag der VHS (das sind diese großen unpraktischen Plastikblöcke, die man früher genutzt hat, um Filme zu schauen) die Replik eines Programmheftes bei. Hätte ich mehr Zeit und Muße gehabt und nicht eine halbe Stunde im Bad gestanden, um endlich zu lernen, wie man Krawatten bindet, ich hätte losziehen können und mir so einen 20er Jahre Fummel holen können. Anyway…der Abend war großartig! Endlich war Metropolis wieder auf der großen Leinwand zu sehen und, was in meinen Augen noch viel wichtiger ist, endlich ist Metropolis (bis auf wenige Einstellungen) wieder in der Urfassung zu sehen. Leichte Kost ist es sicherlich nicht, aber sicherlich für mich eines der Events des Kinojahres. Die Bedeutung zeigte sich wohl auch darin, dass die Liste der Redner fast so endlos war, wie die von jedem heruntergelesene Liste all derer, denen gedankt wurde: „Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, liebe dabeihockende Frau vom Ministerpräsident, liebe Gräfin von der auf und zu, lieber Vorsitzender vom Vorstand, lieber Vorsteher des Vorsitzes, liebe Frau Bundestadträtin, lieber Herr Bürgermeisterin, liebe Tante Wichtrud…..ach ja…und der ganze Rest, der hier auch noch vor sich hinoxidiert…“ Um es hier mit einem Ausrutscher in die Pop-Kultur zu kommentieren…streng nach Homer Simpson: „Laaaangweilig!“ Aber nur das. Der Rest war überwältigend!

Metropolis

Freitag, 12. Februar 2010

Metropolis. Endlich. Mehr brauche ich eigentlich nicht zu sagen. Für mich geht aus filmwissenschaftlicher Sicht heute Abend der größte Wunsch in Erfüllung, den ich überhaupt haben konnte. In der Alten Oper und auf der Berlinale wird zeitgleich die für immer verloren geglaubte Orginalfassung von „Metropolis“, Regie: Fritz Lang, wiederaufgeführt. Der Anzug liegt zurecht, das Hemd ist gebügelt. Ich verharre mit einem heiligen Schauer auf dem Rücken und erwarte sehnsüchtig den heutigen Abend.

Rückblick aufs Studium: Pure Genius

Freitag, 12. Februar 2010

Mir fehlt mein Studium. Zur Info: Ich habe Filmwissenschaft studiert und ich finde es auch heute noch die schönste Zeit, die ich haben konnte. Umso schöner, wenn einem auf Youtube ein „alter Bekannter“ wiederbegegnet. Ich trinke zwar keinen Alk und Bier schonmal garnicht, aber diesen Spot hatte ich damals für ein Kurzreferat analysieren dürfen. Hauptseminar „Ästhetik des Werbefilms“….*in Erinnerungen schwelg*

Avatar ist Nummer 1? „Ja, aber….“

Mittwoch, 27. Januar 2010

Nun ist es soweit: Avatar ist der „erfolgreichste Film“ des Planeten. 1,8 Milliarden Euro Umsatz hat der Film weltweit bislang erzielt und damit „Titanic“ überholt. Kein Wunder werden jetzt viele sagen: Dank 3-D sind die Eintrittskarten ja auch viel teurer, wenn man sie in Relation zu den Eintrittspreisen zu aktuellen konventionellen Film setzt. Und verglichen mit Titanic sowieso, denn schließlich waren Karten 1997 generell ja billiger. Jaaaaa, aber, halten da nun die Avatar-Jünger dagegen, damals gab es auch keine illegalen Downloads im Web, die den Filmstudios das Geschäft vermasseln.  Ich halte da nun ganz pauschal dagegen und freue mich einfach, dass es Avatar geschafft hat, so viele Menschen ins Kino zu ziehen und einen Film zum Gesprächsthema, zum Talk Of Town, zu machen. Nach dem vom Umsatz eher enttäuschenden Kinojahr 2007  scheint das Kinojahr 2009/2010 an das gute Jahr 2008 anknüpfen. Und das ist für das Medium betrachtet doch allemal ein Erfolg, bei dem ich mich mitfreuen kann.

In einem unbekannten Land…

Dienstag, 26. Januar 2010

„Willi-San, hashimemashooooo!“ – „Saaaa. Samui desu ne, Maia-San!“  So oder so hätte man uns unsere Kindheit versüßen können.  Hat man auch. Aber bei uns klang es eher nach „Williiiiiiii, nun komm schon!“ – „Och….Maja….es ist sooo kalt!“ Unser gestriger Japanischkurs führte uns am Ende direkt in unsere Kindheit und zu den TV-Serien, die wir alle so gerne geschaut haben. Dort lauerte für manche die bittere Wahrheit: Nils Holgerson ist ein Japaner. Sindbad? Der „Arabian Knight“, wie es im Orginaltitel heisst, wurde in Japan geboren. Ebenso das Heidi un‘ de Geischnpätä. Und die Biene Maja? Die Serie heisst eigentlich „Mitsubachi Maia No Booken“. Und wer nun denkt, im Orginal jodelt ein japanischer Karel Gott-Verschnitt etwas von einer Biene, die ich meine, der irrt. Wer schonmal die japanische Titelmelodie meines Kindheits-Helden Captain Future gehört hat, dem werden jetzt schon in düsterer Vorahnung die Haare zu Berge stehen.


Biene Maja japanisch – MyVideo (Classic)

Dorian Gray…irgendwann im deutschen Kino…

Freitag, 22. Januar 2010

…aber sofort auf DVD in England lieferbar….und genau da hab ich ihn her. Angefixt durch den Trailer stand der Film ohnehin auf meiner „Will unbedingt sehen“-Liste. Umso größer war die Überraschung, dass der Film schon in England auf DVD zu haben ist. Ich war dennoch skeptisch, denn den bisherigen Dorian-Gray-Verfilmungen konnte ich aufgrund der Distanz zur Figur bislang als Filmwissenschaftler zwar Achtung, aber nie wahre Liebe entgegenbringen. Das hat sich nun geändert. Klar…Ben Barnes in der Titelrolle ist einer der Gründe hierzu. Er war bereits als Prinz Kaspian in Narnia 2 ein Hingucker. Aber er spielt eben auch mit einer Hingabe, dass ich ENDLICH mit der Figur des Dorian Gray mitleben und -leiden kann. Ihm zur Seite steht Colin Firth – ebenfalls großartig besetzt. Das Setting und die faszinierende Musik tun ihr übriges dazu, dass ich mit Sicherheit noch viele Male auf die DVD zurückgreifen werden. Auch angefixt? Hier der Trailer: