Archiv für Februar 2010

Googles Straßen-Strich

Freitag, 26. Februar 2010

Deutschland hat nun also mitbekommen, dass Google die Straßen ablichtet. Und sofort empört sich etwa Bundesaufregungsministerin Ilse Aigner, hier würde „millionenfach“ gegen den Datenschutz, das Recht am eigenen Bild und überhaupt gegen alles verstoßen. Ilse …wer? Aigner…war das nicht mal irgendwas mit Skifahren? Wer war das doch gleich? Nun, offenbar nicht mal Google Streetview will sie ablichten. Vielleicht ist sie deshalb sauer. Egal. Man werde vorgeführt, lächerlich gemacht, weil man zufällig in dem Moment auf die Straße gestrullert hat, als einem das böse Streetview-Mobil begegnet ist. Oder mit einem Eichhörnchen geknattert hat. Oder gerade dann eine Vergnügungstour in seiner Waschmaschine gemacht hat (Danke an Pottwalblog für den Hinweis, was Leute so alles machen). Die Nation ist empört und gespalten und keiner kann verstehen, warum man denn überhaupt Straßen ablichten muss. Allein die Anwendung, diese Bilder mit einem Navigationssystem zu verknüpfen, würde doch schon erahnen lassen, dass MIR das in Zukunft viele Nervenzusammenbrüche ersparen würde, gibt es doch Leute, bei denen ich von Zeit zu Zeit mitfahren muss und die, sobald das Navi rät, bitte in rund 10.000 Kilometern die nächste Abfahrt rauszufahren, sofort panisch das Steuer nach rechts reissen, um schnell noch eine Abfahrt zu erwischen…wohin auch immer diese führen mag. Das Navi hats doch gesagt. Ein Bild könnte helfen. Aber gut…ich befürchte, DANN kommt das Argument, dass man sicherlich das Hochhaus inzwischen abgerissen habe und da nun ein Containerterminal hingebaut habe. Wer nun immer noch nicht weiß, was Streetview eigentlich ist, für den hat Google einen lehrreichen Film im Angebot. Und der zeigt: Auch bei Google arbeiten offenbar auch nur Holzköpfe, die was an der Linse haben. Oder wie soll man DAS deuten?

Nicht mehr alle Tassen im Schrank

Mittwoch, 24. Februar 2010

Mystery ist was Feines! Ich liebe die TV-Serien Akte X und Millennium. Immer noch. Nach all den Jahren. Überhaupt: Mystery macht das Leben einfacher…es bietet einem Erklärungen für all das, was einen beschäftigt und wofür man keine Erklärung findet. So weiß ich: das Bermuda-Dreieck gibt es wirklich. Aber es existiert überall. Vornehmlich in Küchen. Oder wie ist es anders zu erklären, dass auf der Arbeit immer wieder Tassen aus Schränken verschwinden? Stephen King schrieb „Manchmal kommen sie wieder“ – und meinte damit sicher nicht die Tassen in unserer Teeküche. Die bleiben weg – und alle Kollegen versichern, dass sie natürlich nichts damit zu tun haben und ebenso leiden wie ich. Auch die alternative Idee, dass die Kaffeetassen von der Konkurrenz gekidnappt…nein, ge-cup-neppt sind, um die lebensnotwendige Koffeinzufuhr zu verhindern, scheint zu weit hergeholt. Dann also doch Außerirdische. Also greife ich genervt zum Espresso und der dazugehörigen kleinen Espresso-Tasse. Mist. Gestern waren da noch kleine Tellerchen, auf die man die Espressotassen stellen konnte. Die sind auch weg. Ich wußte es….Fliegende Untertassen. Es gibt sie.

Roewe 550 Digital Sedan…made in China

Donnerstag, 18. Februar 2010

Was soll denn das jetzt? Wie heisst das Ding? Und was ist das für eine Marke? Kurz zur Info: Ich mag Autos. Insbesondere die, die aus England kommen…oder besser gesagt kamen, denn mit dem Konkurs von Rover ist seinerzeit meine persönliche Lieblingsmarke gestorben. Die Autowelt war wieder einmal um eine echte Bereicherung ärmer. Die Konkursmasse ging weitgehend nach China – inklusive der Rechte am Rover 75 sowie des potentiellen Nachfolgers für die 45-Baureihe.  Den Markennamen allerdings schnappte sich Ford, denn den Amerikanern gehörte zu dem Zeitpunkt noch Land Rover/Range Rover. Und einen chinesischen PKW mit der Bezeichnung Rover galt es zu verhindern. Also machte man sich in China an die Entwicklung eines Fahrzeugs unterhalb des 75, der seither 750 heisst und an die Entwicklung eines neuen Namens. Das Ergebnis heißt „Roewe“. Die korrekte Aussprache entnimmt man dem Video. Das Endprodukt, der Roewe 550, allerdings erweckte zum ersten Mal bei mir bei einem chinesischen Auto ein „Will haben“-Gefühl. Schön undzeit gemäß gezeichnet und technisch up2date. Oder sogar ein Stück voraus? Interessant finde ich allemal die Idee, dem Fahrzeug eine Schnittstelle u.a. für eine SD-Karte mit auf den Weg zu geben, weil ich hier doch sehr spannende Möglichkeiten sehe…wenn man sie denn verfolgen will: Karten-Updates fürs Navi, neue Musik einspielen, fahrerindividuelle Programmierung für Spiegel- und Sitzverstellung, Speicherung von Fehlermeldungen bei Defekten ohne Anstöpseln des Autos an externe Diagnosegeräte, Update der Motorsteuerungssoftware und und und….also alles Dinge, die man machen kann, wenn man ein Auto noch nicht gleich ans Internet anschließen will. Aber dann bekommt man auch nicht so eine rattenscharfe transparente SD-Karte!

Häusliche Geheimsprache

Donnerstag, 18. Februar 2010

 Der kleine Elch sucht ja ein Haus, von dem aus er plauschen kann. Also folgt an dieser Stelle mal ein kurzes Update, auch um mal ein wenig Dampf abzulassen: Da gibt es Fälle, da will man gar kein Haus verkaufen. Das war der Fall bei einem Bungalow, der spontan das Herz der Kaufinteressierten erwärmte, bei dem der Makler dann aber abwinkte und meinte, dass man das Gebäude abreissen werde, weil man lieber sündhaft teure Reihenhäuser bauen werde, die schon 2008 fertig seien…wenn man denn 2007 genügend Deppen…. Vollplunzen…. Leute mit Geld und ohne Geschmack…. Interessenten hätte finden können. Tja…fast könnte man meinen, hier einen Fall von Elchfeindlichkeit vorzufinden. Nein, an Elche verkaufen wir nicht! Überhaupt…wenn ich schon das Wort „Reihenhaus“ höre…offenbar besteht ganz Deutschland nur noch aus Reihenhäuser. Es drängt sich unweigerlich die Siedlung in „Edward Scissorhands“ auf, wo alle Leute in uniformen Häusern leben, in uniformen Autos fahren und einen uniformen Arbeitstag haben…doch halt…sogar die wohnten in freistehenden Häusern. Also weitergesucht. Inzwischen glaube ich ohnehin, dass der Beruf des Immobilienmaklers doch recht stark mit meinem verwandt sein muss….auch in der Werbung ist man „stets bemüht“, den Leuten in den schönsten Worten Müll zu verkaufen, den sie garnicht brauchen. Es muss einfach verbal gut verpackt sein. Allerdings ist die Geheimsprache der Makler mit ein wenig Übung leicht zu durchschauen. Wenn man schon liest: „gemütlich“, dann kann jeder, der mehr als ein Zimmer sucht, das Angebot gleich wegklicken. Ein Schuhkarton bietet mehr Platz.“Gemeinschaftlich genutzte Räume“. Was bitte soll DAS denn bedeuten? Gemeinsames Treppenhaus? Oder das Bad oder das Schlafzimmer? Warum manche in ihren Anzeigen zwar den Garten und den darin stehen Opel Omega  die biedere Familienkutsche zeigen, lässt für das nicht sichtbare Haus nur das Übelste erahnen. Ich würde dann doch lieber empfehlen, es stattdessen mal bei Autoscout24 zu versuchen.  „Für Handwerker“…nunja…kennt jemand den alten Bruce-Low-Klassiker „Das alte Haus von Rocky Docky„? Genau DAS erwartet einen dann.  Meine liebste Killerphrase aber ist derzeit „Ein Haus mit viel Potential“ Es erwartet einen eine verbaute verwinkelte Bruchbude, bei der die Küche im ersten Stock, das Esszimmer im Keller und die Waschräume draußen und mit einem Herz in der Tür dekoriert sind.

Metropolis…the day(s) after

Mittwoch, 17. Februar 2010

So. Wow. Wadd bin ich geplättet. Immer noch. Der Freitag in der Alten Oper war absolut großartig. Gewissermaßen war es eine Zeitreise, wie sich Kino in den 20er Jahren angefühlt haben muss. Am Eingang erwartete die Zuschauer ein roter, mit mehreren Scheinwerfern angestrahlter Teppich. Innen gab es Programmhefte. Hallo?! Programmhefte…! Ja, man hört, dass es früher im Kino so etwas gegeben haben soll und in einer Special Edition von „Gone With The Wind“ lag der VHS (das sind diese großen unpraktischen Plastikblöcke, die man früher genutzt hat, um Filme zu schauen) die Replik eines Programmheftes bei. Hätte ich mehr Zeit und Muße gehabt und nicht eine halbe Stunde im Bad gestanden, um endlich zu lernen, wie man Krawatten bindet, ich hätte losziehen können und mir so einen 20er Jahre Fummel holen können. Anyway…der Abend war großartig! Endlich war Metropolis wieder auf der großen Leinwand zu sehen und, was in meinen Augen noch viel wichtiger ist, endlich ist Metropolis (bis auf wenige Einstellungen) wieder in der Urfassung zu sehen. Leichte Kost ist es sicherlich nicht, aber sicherlich für mich eines der Events des Kinojahres. Die Bedeutung zeigte sich wohl auch darin, dass die Liste der Redner fast so endlos war, wie die von jedem heruntergelesene Liste all derer, denen gedankt wurde: „Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, liebe dabeihockende Frau vom Ministerpräsident, liebe Gräfin von der auf und zu, lieber Vorsitzender vom Vorstand, lieber Vorsteher des Vorsitzes, liebe Frau Bundestadträtin, lieber Herr Bürgermeisterin, liebe Tante Wichtrud…..ach ja…und der ganze Rest, der hier auch noch vor sich hinoxidiert…“ Um es hier mit einem Ausrutscher in die Pop-Kultur zu kommentieren…streng nach Homer Simpson: „Laaaangweilig!“ Aber nur das. Der Rest war überwältigend!

Metropolis

Freitag, 12. Februar 2010

Metropolis. Endlich. Mehr brauche ich eigentlich nicht zu sagen. Für mich geht aus filmwissenschaftlicher Sicht heute Abend der größte Wunsch in Erfüllung, den ich überhaupt haben konnte. In der Alten Oper und auf der Berlinale wird zeitgleich die für immer verloren geglaubte Orginalfassung von „Metropolis“, Regie: Fritz Lang, wiederaufgeführt. Der Anzug liegt zurecht, das Hemd ist gebügelt. Ich verharre mit einem heiligen Schauer auf dem Rücken und erwarte sehnsüchtig den heutigen Abend.

Rückblick aufs Studium: Pure Genius

Freitag, 12. Februar 2010

Mir fehlt mein Studium. Zur Info: Ich habe Filmwissenschaft studiert und ich finde es auch heute noch die schönste Zeit, die ich haben konnte. Umso schöner, wenn einem auf Youtube ein „alter Bekannter“ wiederbegegnet. Ich trinke zwar keinen Alk und Bier schonmal garnicht, aber diesen Spot hatte ich damals für ein Kurzreferat analysieren dürfen. Hauptseminar „Ästhetik des Werbefilms“….*in Erinnerungen schwelg*

Was wir so machen: „Mmmmmh….“

Mittwoch, 10. Februar 2010

Die folgende Episode trifft, wie ich finde, den Inhalt dieses Weblogs „Short Stories About Nothing“ wie die Faust aufs Auge…oder wie wir hier auch sagen: „Schön, dass wir drüber geredet haben“.  Was war passiert? Es ging um das Thema, dass der Konsument bereit ist, quasi freiwillig Werbung für sein Lieblingsprodukt zu machen und allen Freunden und Bekannten, die es auch nicht hören wollen, aufs Ohr zu drücken, wie toll doch das Produkt ist. „Word of mouth“ nennt man das auf Neudeutsch. Manche nennen sich dann „Meinungsführer“, weil die Leute auf sie hören. „Nervsäcke“  sage…ach, lassen wir das an dieser Stelle :-) Zurück zum Fall:  Es ging um die Frage, wie man ein solches Verhalten in einer gängigen Markt-Media-Studie, der Typologie der Wünsche (TDW), nachbilden kann. Dazu ereignete sich nach endlosen Meetings, die wir ja, wie Leser von Elchplausch wissen, gerne machen, weil es dazu meist etwas zu trinken gibt, dieser Dialog zwischen mir (M) und meiner direkten Vorgesetzten (V):

V: Ist denn XY in der TDW abgefragt? M: Nein.

V: Kaufst Du manchmal bei XY? M: Nein.

V: Aber kennst Du deren Kundenzeitschrift? M: Nein.

V: Die liegt im Eingangsbereich aus. M: Aha?!

V: Und die kann man mitnehmen. M: Mmmmh.

V: Da stehen dann immer so Rezepte drin. M: Aha.

V: Und die kann man dann auch ausschneiden und wenn es dann Leute gibt, die die weitergeben, dann können die gleich auch sehen, was sie alles zum Kochen brauchen. M: (kein Kommentar, aber mit lag auf der Zunge zu sagen, dass das bei einem Rezept eine wahnsinnig gute Idee ist, die Zutaten mit aufzuschreiben)

V: Ja und wenn man dann das so aufbaut, dass man dann die Zutaten alle bei XY bekommt und dann da auch vielleicht mal Sonderangebote oder so berücksichtigt, dann ist das eine schöne Art, für sich Werbung zu machen, die dann durch die Weitergabe der Rezeptkarten an andere auch noch weitergereicht wird. Sowas halt…aber naja, jetzt ist XY halt nicht in der TDW. 

M: Ja, schade…..

Wir basteln uns einen Zug

Dienstag, 09. Februar 2010

Ich hab ja nun eine Schwäche für Züge…vielleicht deshalb, weil ich nur mit dem Auto zur Arbeit fahre. Nun stelle man sich das vor, dass die Deutsche Bahn, die ja nun chronisch im Kreuzfeuer der Kritik steht, eine Fansite aufmacht, wo man einfach mal zeigt, wie stolz man auf das Erreichte ist. Undenkbar ist das vielleicht hier. Aber in Japan gängige Praxis.  Dort kommt es noch viel besser: Für die Freunde von Papierbastelbögen gibt es dort bei JR West die gesamte Flotte als kostenlose Downloads zum Selberschnippeln und -kleben. Wer also demnächst am Bahnsteig steht und auf seinen Zug wartet, der kann sich hier selber einen basteln. Link ni domo arigatou, Peter-San!

JRwest

Ich bin Dein Apfel aus Tirooooool *träller* NA UND?!

Donnerstag, 04. Februar 2010

Obst ist gesund. Haben schon meine Eltern gesagt. Ausserdem ist Obst ein willkommener Anlass, sich vom Schreibtisch zu entfernen und mal in die Küche zum Schnippeln zu verschwinden. Mampf. Was ich aber ums Verrecken nicht abhaben kann, sind diese kleinen blöden Schildchen, die viel zu oft auf Äpfeln drauf sind und die dann penetrant auf das Herkunftsland hinweisen. In meinem Fall hatte ich einen echten Südtiroler vor mir. Suuuuuuper…als ob ich mit dem Apfel reden wollte.  *augenverdreh* Jaja, jetzt kommt wieder die Nummer mit „Da kann man aber sehen, wo er herkommt.“ Juckt mich nicht. Ich kleb auch kein Schild drauf, wo er hingeht. Und wo er herkommt, sehe ich anhand der Schilder am POS (Point Of Sale….für Marketing-Ungeschädigte).

apfel19012010

 So, und als ob das nicht reichen würde, habe ich diese Dinger neulich auch auf Tomaten gefunden. Wenn ich also demnächst beim Grinsen fröhlich fletschend einen Südtirol-Aufkleber auf den Zähnen habe, dann gibt es einen Grund mehr für mich, diese Dinger zu hassen.