Archiv für Januar 2010

Apfel im Schlafrock

Donnerstag, 28. Januar 2010

Bin ich ein Nerd? Oder verschlafe ich eher neue Technologien? Für jemanden, der in der ach so hippen Werbewelt werkelt, ist es ja fast schon ein Eingeständnis an Technikfeindlichkeit, wenn ich sage, dass mein erster MP3-Player kein ipod war. Und mein zweiter auch nicht. Ich bin ein Kind der 80er und von Sony Walkman. Und mein Handy ist auch kein iphone. Es war für mich ein beängstigendes Gefühl, als auf einem Kongress für Jugendmarketing die Hälfte der Fachbesucher in den Pausen ihre iphones auspackten, um in bester Kindergartenmanier („Meiner ist aber größer“) zu schauen, wer den Längsten hat. Also den längsten Bestand an Apps meine ich. Beängstigend deshalb, weil es mich an den Kalauer erinnerte „Wir haben die Möbellinie „Wohnen für Individualisten“ – die haben bei uns alle“. Zufrieden zog ICH meinen damals neu erschienenen Asus eeepc aus der Tasche und war mir plötzlich der Aufmerksamkeit der Anwesenden sicher. Was also ist nun an dem heutigen denkwürdigen Tag, an dem Apple sein ipad präsentiert hat, zu tun? Kaufen oder den Trend verschnarchen? Für einen Moment Held vom Erdbeerfeld sein? Was mich fast noch mehr reizt als die Tatsache, dass das Ding verdammt sexy ist, ist die Aussage von Senior Vice President Jony Ive: „I don’t have to change myself to fit the product. It fits  me.“ Aber Jony, ich nehme Dich beim Wort. Ich brauche wohl doch kein ipad. Vorerst. Aber ich brauche sehr bald einen neuen Rechner. Aber damit wäre ich wieder nur Nachzügler. Mist. Das Leben ist einfach unfair. Mit irgendwas muss man ja kontern, wenn alle mit nem ipad dahocken. Vielleicht sollte ich eine Zeitung mitnehmen. :-)

Avatar ist Nummer 1? „Ja, aber….“

Mittwoch, 27. Januar 2010

Nun ist es soweit: Avatar ist der „erfolgreichste Film“ des Planeten. 1,8 Milliarden Euro Umsatz hat der Film weltweit bislang erzielt und damit „Titanic“ überholt. Kein Wunder werden jetzt viele sagen: Dank 3-D sind die Eintrittskarten ja auch viel teurer, wenn man sie in Relation zu den Eintrittspreisen zu aktuellen konventionellen Film setzt. Und verglichen mit Titanic sowieso, denn schließlich waren Karten 1997 generell ja billiger. Jaaaaa, aber, halten da nun die Avatar-Jünger dagegen, damals gab es auch keine illegalen Downloads im Web, die den Filmstudios das Geschäft vermasseln.  Ich halte da nun ganz pauschal dagegen und freue mich einfach, dass es Avatar geschafft hat, so viele Menschen ins Kino zu ziehen und einen Film zum Gesprächsthema, zum Talk Of Town, zu machen. Nach dem vom Umsatz eher enttäuschenden Kinojahr 2007  scheint das Kinojahr 2009/2010 an das gute Jahr 2008 anknüpfen. Und das ist für das Medium betrachtet doch allemal ein Erfolg, bei dem ich mich mitfreuen kann.

In einem unbekannten Land…

Dienstag, 26. Januar 2010

„Willi-San, hashimemashooooo!“ – „Saaaa. Samui desu ne, Maia-San!“  So oder so hätte man uns unsere Kindheit versüßen können.  Hat man auch. Aber bei uns klang es eher nach „Williiiiiiii, nun komm schon!“ – „Och….Maja….es ist sooo kalt!“ Unser gestriger Japanischkurs führte uns am Ende direkt in unsere Kindheit und zu den TV-Serien, die wir alle so gerne geschaut haben. Dort lauerte für manche die bittere Wahrheit: Nils Holgerson ist ein Japaner. Sindbad? Der „Arabian Knight“, wie es im Orginaltitel heisst, wurde in Japan geboren. Ebenso das Heidi un‘ de Geischnpätä. Und die Biene Maja? Die Serie heisst eigentlich „Mitsubachi Maia No Booken“. Und wer nun denkt, im Orginal jodelt ein japanischer Karel Gott-Verschnitt etwas von einer Biene, die ich meine, der irrt. Wer schonmal die japanische Titelmelodie meines Kindheits-Helden Captain Future gehört hat, dem werden jetzt schon in düsterer Vorahnung die Haare zu Berge stehen.


Biene Maja japanisch – MyVideo (Classic)

Draussen schneits, die Flocken rieseln…

Montag, 25. Januar 2010

…meine Stimmung, die tut jetzt schon kriseln. Okay, ich bin nicht so der Winterfan, wenn ich arbeiten muss und irgendwie mit dem Auto zur Arbeit muss oder vorher auch noch zu Hause Schnee schippen muss. Ziehen wir uns also zurück in eine schöne Kitschwelt, in der ich jetzt auch viel lieber wäre.

Dorian Gray…irgendwann im deutschen Kino…

Freitag, 22. Januar 2010

…aber sofort auf DVD in England lieferbar….und genau da hab ich ihn her. Angefixt durch den Trailer stand der Film ohnehin auf meiner „Will unbedingt sehen“-Liste. Umso größer war die Überraschung, dass der Film schon in England auf DVD zu haben ist. Ich war dennoch skeptisch, denn den bisherigen Dorian-Gray-Verfilmungen konnte ich aufgrund der Distanz zur Figur bislang als Filmwissenschaftler zwar Achtung, aber nie wahre Liebe entgegenbringen. Das hat sich nun geändert. Klar…Ben Barnes in der Titelrolle ist einer der Gründe hierzu. Er war bereits als Prinz Kaspian in Narnia 2 ein Hingucker. Aber er spielt eben auch mit einer Hingabe, dass ich ENDLICH mit der Figur des Dorian Gray mitleben und -leiden kann. Ihm zur Seite steht Colin Firth – ebenfalls großartig besetzt. Das Setting und die faszinierende Musik tun ihr übriges dazu, dass ich mit Sicherheit noch viele Male auf die DVD zurückgreifen werden. Auch angefixt? Hier der Trailer:

Jabbe the…nee, also wirklich…?!

Dienstag, 19. Januar 2010

Ich steh auf Star Wars. Auf die Klassiker ganz besonders, denn mit denen bin ich aufgewchsen. Stunden-, ja tagelang habe ich damals die Stories nachgespielt und meine Fguren habe ich heute noch. Und ja. Manchmal kaufe ich auch gerne welche nach. Und nein. Ich verkaufe sie nicht. Und nein…SOWAS kaufe ich auch nicht. Was, bitteschön, hat man sich, außer dem Wunsch, Geld zu verdienen, bei dieser Figur von Jabba gedacht? Zugegeben, die Figur Jabba mag nicht jeder, aber muss er deshalb gleich aus seinem Maul ballern? Reicht da nicht schon sein schlechter Atem? Immerhin kann man ja froh sein, dass er aus dem Maul schießt und nicht aus anderen Körperöffnungen. Oder stammt dieses Ding etwa aus dem Fundus von Beate Uhse? Nee, der Jabba geht sowas von garnedd….

jabba

Das Kabinett des Dr. Parnassus

Montag, 18. Januar 2010

Der Teufel gewährt Dr. Parnassus ewiges Leben, doch dieser merkt während der vielen Jahrhunderte, welche Qual ihm dies bereitet und wie sehr er zum Spielball des Teufels wird, der mit immer neuen Wetten an ihn herantritt. Ein Fremder ohne Erinnerung, den die Tochter Parnassus aus der Themse fischt, bringt dann unerwartete Wendungen in das Leben aller Beteiligter.

Warum wird um einen Film wie „Avatar“ ein riesiges Geschrei gemacht und ein Film wie „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ läuft quasi so nebenbei? Weil 3D fehlt? Möglich, denn an einem Mangel an Stars kann es nicht liegen, denn mit Heath Ledger, Christopher Plummer, Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law ist der Film ja nun wahrlich erstklassig besetzt. Vielleicht liegt es aber daran, dass Terry Gilliam weitaus weniger mainstream-tauglich ist. Seinen Humor und seinen Erzählstil muss man eben mögen. Und während einem bei „Avatar“ gleich zu Beginn quasi alles dreidimensional um die Ohren fliegt, nimmt sich „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ Zeit – fast schon zu viel Zeit und ich werde das Gefühl nicht los, man hatte nach dem Ableben von Heath Ledger Angst, zuviel von ihm gerauszuschneiden, um so möglichst viel von ihm zu bewahren. Möglich aber auch, dass dies nötig ist, um sich mit seiner Figur zu identifizieren – oder um in den großartigen Bildern zu schwelgen. Der Film braucht jedenfalls eine Weile, um in die Gänge zu kommen und wird dann immer bösartiger – bis zum Schluss.

„Naja, wenns denn gefällt….“

Montag, 18. Januar 2010

Endlich! Am Sonntag war es wieder soweit. „Deine Lakaien“ sind endlich wieder auf Tour und machten in Offenbach im Capitol Halt – als einen der letzten Tourneepunkte. Und endlich gab es wieder nach vielen Jahren der Abstinenz eine Tour, die ganz unter dem Zeichen „Accustik“ steht. Heisst: Alle Songs werden lediglich mit präpariertem Klavier begleitet. Alexander Veljanov (Gesang) war dieses Mal sogar richtig gesprächig und kündigte ein neues Album an und Ernst Horn am Klavier war sensationell. Also eigentlich fast so wie immer. „Fast“, weil der Song „Love me to the end“ dieses Mal am Anfang kam und nicht erst als Rausschmeisser wie in den letzten Konzerten. Und apropos Konzert: Auch wenn die Lakaien die Alte Oper vollbekommen: Die Location mit dem (kleineren) Capitol hat sich viiiiel besser angefühlt, weil es einfach familiärer ist. Und schließlich gehören die Lakaien bei mir schon lange zur Familie. Wie gehabt waren drei Zugaben, deren Nummer zwei von Alex mit den Worten „…naja….wenns denn gefällt.“ eingeleitet wurde. Gefallen war gar kein Ausdruck. Und hier nochmal zum Reinhören der Clip zum Klassiker „Mindmachine“ in der CD-Version.

Rutschpartie im Schnee

Donnerstag, 14. Januar 2010

Der Winter hat die Republik fest im Griff. Im Griff haben leider nicht alle Leute den glatten Boden. Da denkt man an was Böses und schon dreht man eine elegante Pirouette und ist dann ziemlich heruntergekommen. Mich hats auch gerissen und schon saß ich da in meinem Schneegestöber. Sofort kam eine Dame hilfsbereit olle Pluntze angerannt. Nicht etwa, weil sie mir helfen wollte, mit beiden Beinen wieder fest im Leben zu stehen, sondern um mir sofort und noch auf dem Boden sitzend zu erzählen, dass sie ja heute früh auch ausgerutscht sei. Und nein, ich werde es nicht glauben: Sogar an genau derselben Stelle. Da mir so langsam klar war, dass ich von dieser Lady Dame Tratschtante keine Hilfe zu erwarten hatte und ich mir ohnehin blöd vorgekommen wäre, wenn mir jemand aufgeholfen hätte (so blond bin ich nun auch nicht) und ich auch keine Lust hatte, am Boden sitzend auf den  Frühling zu warten, half ich mir selber. Aber: Manche Leute sind anhänglich und begleiten einen durchs Leben…oder ein Stück davon – um einem zu erzählen, wer alles in der Straße schon gestreut hat und wer nicht. Ich will wieder warmes Wetter!!! Sonst muss ich die Leser dieses Blogs mit noch mehr Schlechtwetter-Geschichten langweilen!

13 Semester

Montag, 11. Januar 2010

Da ich am Freitag Abend nichts vor hatte, bin ich spontan ins Kino geschneit. Ich wollte ohnehin den Film „13 Semester“ sehen – und zwar nicht nur wegen Max Riemelt, den ich schon in anderen Filmen genial fand :-) Zum Film: Wer eine Studentenklamotte erwartet, wird enttäuscht – und wer auf keinen Fall eine Studentenklamotte sehen will, wird hier fündig. Der Film ist witzig, nachdenklich und eingänglich. Und eigentlich gibt es an jeder Ecke eine Szene, bei der man als (Ex-)Student denkt „Jeppa, genau DAS kenn ich auch“. Für mich ist der Film ein hinreißendes Statement dafür, so etwas wie „Regelstudienzeit“ grad mal in die Tonne zu treten und sich die Zeit zu nehmen, die man persönlich braucht, um anzukommen…und irgendwie finde ich es schade, dass ich schon ne Weile mit dem Studium fertig bin. Was also bleibt? Schnell kündigen und wieder für irgendein Studium einschreiben? Nunja…vorerst versuche ich, mich mit dem Soundtrack über Wasser zu halten. :-)