Archiv für Dezember 2009

Von einem, der auszog, …

Dienstag, 29. Dezember 2009

…irgendwann einmal Rente zu beziehen.

Ein Märchen – Oder Philosophie – Oder dummes Geschwätz?! Entscheide
selbst…

Die nun folgenden Aussagen beruhen auf wahren Begebenheiten. Sie mögen dramaturgisch aufbereitet sein, enstprechen aber den Tatsachen. Unwahr ist lediglich die folgende Aussage: „Die Renten sind sicher“.

Es war einmal hinter den Bergen bei den sieben Arbeitsministern einer, der sich besonders hervortat, täglich fleissig ackerte und voller Optimismus in den Tag blicken konnte, denn: Seine Rente mag sicher sein, aber der Rest ist inzwischen pure Illusion, eine Phantasmagorie aus besseren Tagen, die so soviel besser nie waren.
Wie gesagt: Es war einmal…Was waren das doch für Zeiten, als wir wohlbehütet heranwuchsen, beschützt durch Eltern, Verwandte (bzw. deren Geldsegen an Kommunion, Geburtstagen und Weihnachten) und ein soziales Umfeld, in dem Raider noch Raider war und man bei Persil wußte, was man hat. Die Schulzeit war eine schöne Zeit und keiner hätte so recht gegalubt, daß es mal viel schlimmer werden könnte, als eine „3“ in Mathe zu haben.
Dachten wir. Dann wurden wir in die schnöde Berufswelt entlassen und mußten uns durchs Leben schlagen. Der Traum vom Porsche als Zweitwagen zerplatzte. Schnell wurden wir damit konfrontiert: „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not.“ was aber letztlich nichts anderes bedeutet, als „Spare besser immer, denn Not ist allenthalben“. Die Not am Mann, die Not-Durft, die soziale Not und auch das Wort Notwendigkeit kommt ja wohl letztlich auch von „Not“. Oder die Not im Alter. Das Schlagwort unserer Generation. Rentenlücke, Versorgungsengpass und was weiß ich nicht alles. Die Pershings sind weg, aber sicherer leben wir deswegen nicht. Und schon garnicht im Alter, denn: Die Renten sind nicht sicher. Wahrscheinlich hat sich der geneigte Leser irgednwann ab Zeile zwei oder früher gefragt, was diese junge dynamische und erfolglose Studienabgängergestalt hier aussagen will. Nun, die Frage ist berechtigt und schnell beantwortet: Die Illusion nehmen, die Schulzeit sei einfach nur dazu da, um fürs Leben zu lernen. Irrtum! Aber dazu später mehr. Was also tun, um fürs Alter vorzusorgen? Bausparverträge, Lebens- und Rentenvericherungen oder Aktienfonds? Alles mehr oder weniger geeignet, den Lebensabend zu bestreiten. Und dann gibt es da noch die staatliche Rente. Alt, behäbig, ein System, das sich längst überholt zu haben scheint. Und trotzdem: Probieren kann mans ja mal, denn: Auch hier läßt sich das Optimum herausholen. Die Sache hat einen Haken: Man muß sich selbst darum kümmern und Studien- und höhere Schulabschlüsse sellbst nachweisen. Dem Rat eines Kollegen folgend tat ich das auch, nichts ahnend, was auf mich zukommen würde. Das war im Sommer 2003. Ich reichte also einen Lebenslauf ein, mein Abiturszeugnis, meine IHK-Prüfungsurkunde (man will ja auf Vollständigkeit bedacht sein. So macht man das eben als guter Deutscher. Jawoll!), meine Exmatrikulationsbescheinigung (mit den Daten von Studienanfang und -ende) und die Magisterurkunde. Alles in Kopie versteht sich. Marke drauf, ab nach Berlin zur BfA, der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte. Im Herbst 2003 erhielt ich dann ein Schreiben, daß die BfA mein Anliegen geprüft hätte, es aber dann doch noch einige Fragen bzgl. diverser Termine gäbe und daß ich bitte erklären solle, was ich im September 1995 und in der Zeit von 7/1997 bis 4/2002 getan hätte. Dabei lag ein Bündel unübersichtlicher Formblätter mit dem unsäglichen Titel „V 510″, in denen ich das bitte alles im Detail aufschlüsseln solle. Wann ich wo gerabeitet hatte, wie lange der Weg zur Arbeit oder zur Ausbildungsstelle war, wie lange ich meinen Lernstoff nachbearbeitet hätte und wieviel Stunden ich gearbeitet hätte. Dumm nur, daß die richtige Antwort auf die beiden gewünschten Zeiträume eben nicht auf in dieses Formblatt paßt, weil sie die ist: Im September 1995 habe ich meinen ganzen Resturlaub im Zivieldienst genommen, um das Studium beginnen zu können, weswegen eine doppelte  Anrechung wohl entfällt und von 7/1997  an habe ich als studentische Hilfskraft bis 12/2001 gearbeitet. Seit 1/2002 bin ich fest angestellt und war nur noch deswegen an der Uni eingeschrieben, weil meine Magisterarbeit noch nicht korrigiert war. Kein Problem dachte ich mir. Schreibe ich es eben in Briefform in ganzen Sätzen. Marke drauf und ab an die BfA, dem Blödamt für Arme. Eine tolle Idee! Dachte ich. Denn offenbar mag man es dort garnicht, wenn man ihnen in ganzen Sätzen und auch noch ohne Zurücksendung des besagten betagten Formblattes V 510  (V steht wohl für Vormular oder Vormblatt) antwortet. Einige Wochen später bekam ich Post vonder BfA, dem Baldigen Finanziellen Abgesang. Inhalt: Ein Schreiben, dessen Inhalt ich allerdings schon einige Wochen zuvor gelesen hatte und besagtes Formblatt V 510. Immerhin wareen Angaben über die Zeit des Zivildienstes nicht mehr erwünscht. Dafür bat man mich höflich, doch endlich besagtes Formular für die Zeit ab 1997 auszufüllen. Ein unguter Gedanke beschlich mich: Ich hatte doch immer mal wieder eine Viertelstunde mehr oder weniger gearbeitet. Was, wenn ich jetzt jede blöde Woche nachweisen muß? Nein, das kann nicht sein, dachte ich. Aber trotzdem….wir reden hier von …nein, nicht von Menschen…wir reden von Wesen der BfA, der Behörde für Analphabeten, die nicht in ganzen Sätzen, sondern in Formblättern antworten. Also habe ich erstmal gegrübelt und darüber die Zeit vergessen. Schon knappe 14 Tage später (bei einem Amt ein absoluter Rekordwert, wie ich finde), es war kurz vor Weihnachten, lag in meinem Briefkasten…nein, keine Weihnachtskarte (denn davon habe ich auch letztes Jahr viel zu wenige bekommen), ein Anschreiben der BfA, in dem ich freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen wurde, doch endlich mal das Schreiben und vor allem Formblatt V 510 zu beantworten. Panik! Entsetzen!! Ein Angriff seitens des Amtes! Eine Breitseite auf meine sicher geglaubte Rente! Was jetzt? Drohen sie mit Rentenverlust? Gefängnis? Was, wenn ich dann auch noch die Gefängniszeiten für die Rente nachweisen muß? Also habe ich mir kurzentschlossen den ekelhaftesten Edding geschnappt, den ich finden konnte, und in besagtes Formblatt alle Daten reingeschmiert. Mit -zig Verweisen, Sternchen hier und Kreuzchen da. Sah aus wie Sau….Aber was solls. Ich habs eh nur unpersönlich zurückgefaxt. Seither war Ruhe….Genau eine Woche lang…Dann kam Post. Der Inhalt? Ein Schreiben, dessen Inhalt immer gleich ist. Jetzt wollen sie wissen, wann ich eingeschult wurde. Noch überlege ich, ob ich einfach ein Bild meines ersten Schultages mitschicken soll. Ich mit Schultüte. Oder eine Stück Schokolade aus der Schultüte (*gammel*).  Es würde nichts nützen. Denn ganz unten lag auch das besagte Formblatt V 510 wieder dabei.Und da sind Bildchen nicht vorgesehen. Sie würden sowieso anzweifeln, daß das wirklich ich bin. Und mir wieder Formblatt V 510 schicken. Und meinen Eltern bestimmt auch. Denn jetzt ist es amtlich: Der Kampf geht weiter: Mensch gegen Un-Mensch, Bürger gegen BfA. Der Kampf um jeden Cent Rente hat gerade erst begonnen! In jedem Fall aber wird mir seither bewußt, daß wir nie wirklich frei waren. Das Bild der unbeschwerten Kindheit in der Schule: Eine Illusion!
Die BfA, das Betätigungsfeld für Ausgerastete, hatte uns vom ersten Tag an in den Klauen. Und wir werden nicht mehr frei bis ans Ende unserer Tage. Und wenn nichts mehr Bestand hat und alles in Trümmern liegt, dann weht irgendwo Formblatt V 510 über die Ruinen.

Last Samurai

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Als Filmwissenschaftler höre ich immer wieder die Frage, was denn mein Lieblingsfilm sei. Die daraus resultierende Aufzählung dauert dann meist mehrere Stunden, Tage, Wochen….aber immer dabei ist der Film, den ich mir auch letzte Woche, als ich ein paar Tage frei hatte, wieder einmal angeschaut…nein, regelrecht zelebriert habe: LAST SAMURAI. Ein Film, ein Epos, (m)ein Manifest. Weil mir danach ist, an dieser Stelle nochmal der Trailer…

Immer noch Wörter, die wo da wo…

Mittwoch, 16. Dezember 2009

…garnedd gehn tun….Zweiter Teil der Rubrik über Wörter, die ich im Büro zu meinen persönlichen Unwörtern erklärt habe.

„Mahlzeit!“ Dieser Begriff – oder besser dieser Ausruf – geht sowas von überhaupt nicht. Früher…ja früher….ganz früher…da sagte man „Der Herr segne diese Mahlzeit.“ Als die Leute fauler und fetter wurden, hieß es dann „Gesegnete Mahlzeit!“, was den spirituellen Aspekt bereits ausklammerte und das Augenmerk stärker auf das Futter fixierte. Als selbst das zu kompliziert wurde, wohl weil man im Heißhunger nur noch sabbernd vorm Essen saß und selbst ein Satz mit mehreren Wörtern zu lang wurde, blieb dann nur noch ein „Mahlzeit!“ übrig. Ich habe in einer Bank gelernt und ab 11.30 Uhr wurde die Bude zum Hexenkessel. Da mahlzeitete es an allen Ecken und Enden und schon von weitem wurde einem „Maaaaaahlzeeeeeit!“ entgegenschallmeit. Am besten doppelt und dreifach, weil die Leute vor lauter Mahlzeit-Brüllen vergessen hatten, wem sie denn schon alles wie oft diesen fröhlichen Essens-Gruß entgegengeblökt haben. GRAUENHAFT! Da vergeht einem der Hunger. Prost Mahlzeit…

„schmissig“…ja…..toll….was soll mir dieses Wort sagen? „Der Song war schmissig.“ gesprochen „schmissich“. Weil mir das Buch nicht gefiel schmissicheswech. Oder so. Schmissig. Mit „M“ halt. Nicht vergessen. Sonst isses echt sch….aber das finde ich das Wort sowieso.

„schneidig“. Das sind Messer. Meistens zumindest. Aber sonst? Neee….very altmodisch.

„Eigengewächs“. Das klingt so nach Furunkel? „Ich habe ein Eigengewächs am Hintern“??? Weit gefehlt. Eigentlich stammt der Begriff aus der Sportberichterstattung: „Die erste Herrenmannschaft des 5. FC Königshausen wird nun verstärkt durch sein Eigengewächs Wichthelm Hufenburger.“ Soll heißen: der kommt von da und hats kicken dort gelernt. Super. Also vergleicht man die Leute mit Vergißmeinicht und Huflattich? Macht man das so im Sport??

„Urgestein“ ist da auch so ein Klassiker. „Das Urgestein des Heavy Metal.“ Im Sinne von: War schon immer da. Klingt aber auch wenig schmeichelhaft, finde ich….oder wollte jemand ernsthaft mit der Dinozeit verglichen werden?

„hold“ stammt zwar nicht von den Saurieren ab, aber seinen Höhepünkt dürfte das Wort wohl auch eher in der Zeit um Siegfried, Kunigunde, Wichtrud, Edeltraud und Jodelkraut gehabt haben. „Holde Jungfrau mit lockigem Haar.“ Heute ist man weder hold noch Jungfrau. Höchstens das Haar ist noch lockig.

„Knaben“. Stand bei mir an der Grundschule an der Jungen-Toilette. Und ich traute mich schon damals da nicht rein, weil das Wort sowas nach Kindesmißbrauch klingt, dass es sowas von wo da wo garnedd gehen tut. *Erschauder*

Japan vs. Deutschland

Dienstag, 15. Dezember 2009

Die Asiaten kopieren uns doch nur! So hieß es früher – so heißt es auch heute noch. So ein Unsinn! Auch die Deutschen kopieren, was das Zeugs hält. Zum Beispiel Süßigkeiten aus Japan. Kennt jemand von Euch Mikado? Oder die Koalabärchensnacks? Wer hier nun glaubt, dass dies primär Good Old German Food sei, liegt falsch, denn das Knabberzeugs gibt es in Japan schon länger als in der Bunten Republik. Zeit also für uns im Japanischkurs, zu einem Knabber-Contest zu starten:

15122009(008)

Links im Bild: Die Mannschaft aus Japan – rechts im Bild die deutsche Mannschaft. Sofort fällt bei den Nihon-Koalas die filigranere Machart auf. Offenbar handbemalt. Nachdem wir uns in Kaligraphie geübt sind, wissen wir ja nun, wie die Standarts sind. Das Duell endete übrigens bei uns mit einem eindeutigen Sieg für die japanischen Knabbereien, weil diese weitaus weniger bappig süß sind, als es die deutschen Wettbewerber sind…und weil die japanische Serviette schöner war:-)

Dies bringt mich zu einer weiteren kulinarischen Köstlichkeit, mit der uns unsere Lehrerin beglückte. Das … ja….Brötchen….wie man auch immer dieses Ding sonst nennen kann….

15122009(009)

Was da so aussieht wie herauskrabbelnde Maden sind gebratene Nudeln in Sojasoße. Dazu ist noch ein wenig Gemüse mit dabei. Das würde es in Japan überall geben. Und dazu kann ich nur sagen: Verständlich! Denn der Geschmack ist absolut genial und offenbarte nicht nur Matthias-san, der bereits beim Kaligraphiebeitrag als Body-Double herhalten mußte, eine Explosion der Geschmackssinne!

15122009(010)

Spinnert

Dienstag, 15. Dezember 2009

Nach ein paar Tagen Urlaub bin ich zurück auf der Arbeit. Mit ner fetten Erkältung und Kopfweh. Immerhin: mein Freund, die Spinne, harrt beharrlich vor meinem Fenster aus. Ob sie mich bedauern will, mir bei der Arbeit zuschauen will oder einfach auf eine günstige Gelegenheit wartet, mir die Schokolade zu klauen?

02122009(001)

Achso: NEIN, das ist KEINE Spinne mit den Ausmaßen eines Kleinwagens….das sieht nur so aus!

Das japanische Wort für Materialschlacht…

Dienstag, 15. Dezember 2009

…lautet Kaligraphie. Genau DAS haben wir gestern Abend in unserem letzten Japanischkurs des Jahres 2009 gemacht. Eigentlich dachte ich, wir pinseln so ein wenig herum und gut is….Weit gefehlt! Wie also geht das? Zunächst kleiden wir den Raum mit Papier so aus, dass nun beim besten Willen nichts mehr von dem Raum an sich zu erkennen ist:

15122009(001)

Dann greifen wir zum Gerät: Pinsel, Tuschkasten und Tusche (noch nicht im Bild):

15122009(002)

Und schon gehts los…und nie nie nie vergessen: Balance. Balance…! Balance…!!!!!!!

15122009(005)

Die fertigen Ergebnisse finden sich sicherlich demnächst in der Schirn, der Londoner Tate New Mordern oder der Altpapierhalde:-)

Geschichten aus Recklinghausen

Sonntag, 13. Dezember 2009

Die folgende Story hat mir ein Freund erzählt und er verbürgt sich dafür, dass es sich genau so zugetragen hat: In der Fußgängerzone von Recklinghausen sagt ein Kind zu seiner Mutter: „Mama, kaafst Du mich ein Eis?“ Darauf die Mutter: „Jackeliiine, ein für alle Mal – Das heisst: Kaufst Du mich ein Eis, BITTE!!!“

Elch auf Haussuche

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Hallo, jemand da bei Elchplausch? Ja, der Elch plauscht noch, aber derzeit habe ich a) Urlaub und b) ist der Elch grade auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Nichts Dringliches. Es ist einfach so, dass es meiner Ansicht nach so langsam an der Zeit ist, ganz altklug fürs Alter vorzusorgen und mit dem Nestbau zu beginnen. Sprich: Ein Haus muss her. Ein eigenes. Nicht für mich allein, aber wer mich kennt, der weiß das ja:-) Wie auch immer: Wer nun glaubt, in Zeiten der Bankenkrise und geplatzter Kredite ein Haus zu finden, das der Fülle an Anforderungen gerecht wird und dass ich mich nicht mehr retten könnte vor Angeboten, der irrt. Wer hier in der Umgebung sucht, stößt immer wieder auf die selben drögen Verdächtigen und schnell wird einem auch klar, warum das so ist. Da finden sich dann Knallerangebote, die gelinde gesagt besser abgefackelt gehören…Mein persönlicher Favorit heute: Ein Haus, bei dem quasi die Oma noch dabei ist. „Wir weisen darauf hin, ddass das Erdgeschoss auf Lebzeiten vermietet ist.“ Super. Da fühle ich mich gleich wie Norman Bates in Psycho…“Normaaaaaaaan…hast Du schon wieder Besuch?“ – „Ähem, nein Mutter…!“ Danke…nööööö… auf Lebenszeit? Auf wessen? Das ist nix für mich. Wie war as mit dem Abfackeln? *räusper*

„Wörter, die wo da wo…

Mittwoch, 02. Dezember 2009

…garnedd gehn tun.“ heißt eine Liste, die ich im Büro erstellt habe. Darauf stehen Wörter, die sowas von nicht mehr gehen. Weil sie altbacken sind, überholt, unverständlich oder die ich einfach nur doof finde. Hier also ein Auszug, was wo da wo garnedd geht inklusive eines Satzes im Zusammenhang:

„fesch“ – „Ich habe mir einen feschen Anzug gekauft.“ Einfach nur Wäh!

„Leuchtmittel“ – „Leuchtmittel im Preis nicht inbegriffen“…Herrje, das ist ja wohl Beamtendeutsch der übelsten Sorte und noch depperter wie „Sitzmöbel“ oder „Sitzgruppe“.

„frech“ – „Ich möchte einen frechen Haarschnitt!“ Frech…damit assoziiere ich kleine Kids mit Sommersproßen und Baumhaus. Nee, dann lieber erwachsen werden. „FRECHE Haarschnitte“ sind eine Frechheit.

„poppig“ –  „Den Mixer gibt es in vier poppigen Farben.“ Wer braucht schon einen Mixer zum Poppen?

„prall“ – „Das war ja prall!“ Im Sinne von supi, dolle, geil usw….Nunja. Kann sich noch jemand an die Serie „Ich heirate eine Familie“ erinnern? Laut Autor Curt Flatow war das damals absoluter Trend bei Jugendsprache. Irrtum. Der Ausdruck war in den 80ern schon bescheuert.

Apropos „supi“ oder „feini“ – „Das ist ja feini!“ I-Adjektive gibt es im Japanischen und sie machen Sinn. Und auch nur da. „Supi“ oder „feini“ klingen im Deutschen einfach nur schrotti(g) und erinnern eher an Dackelnamen: „Komm Waldi! Supi, mach Platz! Ja, so is feini“. Genauso blöd wäre „guti“, „schlechti“, „tolli“, „lusti(gi)“ oder „pfiffi“. Das ist nur zum brechi.

„dufte“ – „Ich habe einen duften Typen kennengelernt.“ Schön, wenn der Typ nedd müffelt. Das ist bei Männern selten.

Und wo wir gerade im Beziehungsleben sind: Das absolut dämlichste Wort in einer Kontaktanzeige ist….na? Genau! „Vorzeigbar“. Wie kann man sich als „vorzeigbar“ bezeichnen? Das klingt nach „es wird einem nicht gleich beim ersten Anblick kotzübel.“ Gut, das hat mehr Zeichen und ist daher teurer in einer Anzeige. Wenn man DAS sagen will: Von mir aus. Alle anderen sollten lieber „nett“ benutzen. Dann weiß jeder: bleiben lassen. Denn „nett“ ist bekanntlich die kleine Schwester von Sch…

„knorke“ – „Ich habe da mal eine knorke Frage.“ Im Sinne von „schwierig“ oder „anspruchsvoll“…..Klingt ja wohl eher nach einer alten knorrigen Eiche. Bleiben lassen!

„Mucke“ – „Hey, verdammt geile Mucke hier!“. Was? Ach, ihr habt ein Problem mit notgeilen Stechfliegen oder was? Achso, keine Insekten…Musik….Nee, ich finde, Mucke klingt eher nach Dumpfbackenprolls und Dorfdisco.

Und nun meine absolute Nummer 1 der NO-GO-Wörter: „FLOTT“ – „Hach, was haben Sie aber für nen flotten Pulli an?!“ *ding ding ding ding ding* Das geht sowas von Ü-BER-HAUPT nicht!

Die Reihe wird laufend fortgesetzt, denn die besagte Liste in meinem Büro umfasst inzwischen weit über 30 Begriffe. Du hast auch ein paar Wörter, die wo da wo garnedd gehn tun? Her damit!

Ein tolles Hobby…und so günstig!

Dienstag, 01. Dezember 2009

Sie suchen nach einem schönen Hobby, das nicht die Welt kostet? Wie wäre es mit einer Modelleisenbahn? Mache ich auch von Zeit zu Zeit. Das ist langweilig? Zu meiner hoffentlichen Ehrenrettung muss ich sagen, dass mich deutsche Schwarzwaldromantik so garnedd reizt. Meine Gebiete sind USA der 50er und Japan. Aber das hat man als aufmerksamer Leser des Elchplausches ja nun an der einen oder anderen Stelle sicherlich gemerkt. So, und warum, um alles in der Elch-Welt soll DIESES Hobby nun preiswert sein, bei DEN Preisen? Wo doch ein paarhundert Euro durch den Kamin gejagt werden, ohne dass man wirklich was von hat? Ganz einfach! Weil das Zeugs nie beikommt! Eine Kostprobe? Eine beim US-Herstellers Broadway Limited Blueline bestellte Diesellok hätte kommen sollen im 1. Quartal 2009. So weit, so gut. Dachte ich mir Mitte 2008. Ein paar Monate später, der Liefertermin rückte näher, war es dann 4. Quartal 2009 – und schließlich Ende 2010. Aussage des Herstellers: Es sei fraglich, ob das Modell überhaupt herausgebracht werden würde. Wenige Wochen später kam die komplette Stornierung. Die Formen seien abhanden gekommen, ein Neubau rechne sich nicht. Nun habe ich neulich eine japanische EF57-1 von Micro Ace bestellt. Liefertermin: Die deutsche Site sagt „August 2009″, die japanische sprach von November 2009 und auf anderen Sites heisst es sinngemäß „Alle Modelle sind über Vorverkauf komplett ausverkauft worden. Lieferung erfolgt demnächst“. Super. Ich liebe „Demnächst“…das kann ich schon im Kino nicht ab…..“demnächst im Kino“… Und mein Weihnachtsgeschenk, der Pioneer Cephyr, siehe unten, zu dem ich mich nach vielen schlaflosen Nächten durchgerungen habe, kommt nun nicht im Dezember 2009, sondern ist angekündigt auf 1. Quartal 2010. Jetzt kommt mir nicht mit „Vorfreude“! Ich geh vor „Vorfreude“ gleich durch die Decke!