Archiv für November 2009

Zauberhaftes Wochenende

Montag, 16. November 2009

Einmal im Jahr lädt ein lieber Freund zu seinem Geburtstag ein – was ja nun nichts ungewöhnliches ist. Das machen viele. Nur in diesem Fall gibt es immer ein besonderes Event, mit dem er sich und uns allen eine Freude macht: Wellnesstag hatten wir schon und unserer erste eigene CD haben wir auch schon aufgenommen. Die Spannung war also groß, was es dieses Jahr sein würde. Die Antwort: Nesting und Coocooning sind ja in – also ein Abend zu Hause. Die Wohnung wurde als Lounge hergerichtet, ein Kellner kümmerte sich ums Futter und Höhepünkt des Abends war der Auftritt des Zauberers Hannes Freytag, der in ABSOLUT JEDER Hinsicht überzeugen konnte *Sowas von fett grins*  Wer mehr wissen will und sich selbst ein Bild machen möchte:

http://www.zauberfestival-mainz.de/downloads/RuesselsheimerEcho_2009_04_30_A.pdf

Reim dich und ich kill dich…

Freitag, 13. November 2009

Heute konnte ich mich ENDLICH mal wieder meiner Lektüre der Kontaktanzeigen der Zeitschrift „Heim&Welt“ widmen. Mein persönliches Hochlicht…Highlight ist folgende Anzeige, bei der sich der Verfasser wohl alle Mühe gegeben hat, seine sinistren Absichten hinter einem einfältigen Reimschema zu verschleiern:

Weihnachten allein, nein! (*ufftäääää*) Wo sind denn bloß die Frauen geblieben, gibt es keine mehr zum Lieben?“ (*wollemernreilasse?*tusch*katsching*)  Sollte die eine oder andere ältere Dame nun vor Verzücken dahinschmelzen, sei sie gewanrt! Was bis zu dieser Stelle als mißglückter Versuch gelten muss, sich als würdiges Mitglied des Landes vor allem der Dichter und weniger der Denker zu erweisen, wird aber alsbald eher ein Fall für Miss Marple oder Hercule Poirot, denn schon heisst es weiter (und wir stellen fest, dass es sich nun mit dem Reimschema erledigt hat):  „Habe durch Heim&Welt 4 Ehefrauen gewonnen (was ja schonmal ne ordentliche Quote ist), leider hat sie der Herrgott alle geholt.“ Ups…was? Wie bitte?! Vier Ehefrauen und alle schon in den ewigen Jagdgründen? Entweder ist das dann reiner Zufall oder wir haben hier die Reinkarnation von Jack The Ripper. Wer nun glaubt, es handelte sich um Zufall, der schicke seine ernstgemeinte Zuschrift an Herrn G. Vatter-Todt.

Bento Box

Mittwoch, 11. November 2009

Was man hier in Deutschland profan Freßpaket oder Lunchpaket nennt, heisst in Japan Bento Box. Und da wir es hier mit einem Land zu tun haben, in dem man nicht einfach ’ne Butterstulle in eine Plastiktüte stopft, sind Bento Boxen Kult – und eine Kunst für sich. Allerdings stellt sich mir unweigerlich die Frage, was die japanische Hausfrau wirklich darüber denkt, ihrem Liebsten täglich diesen „kleinen“ Snack zubereiten zu müssen (Hausfrau deshalb, weil eine berufstätige Frau ja wohl kaum Zeit hat, auch noch in der Küche täglich eine solche Materialschlacht abzufeuern). Lassen wir also mal wieder mein liebstes Kochformat „Cooking with a dog“ zu Worte kommen – wie immer untermalt mit dudelnder Fahrstuhlmusik:

Zweideutige Festtage woanders

Dienstag, 10. November 2009

Gut zugegeben….für einen nicht-westlich geprägten Menschen mag es bisweilen sonderbar anmuten, wenn zur kalten Jahreszeit Zauselgreise mit Rauschebart in roten Kitteln kleinen Kindern nachjagen und sinngemäß so etwas brabbeln wie „Ich hole meine Rute raus!“. Und auch die Vorstellung, ein Hase verteile Eier mag jedem halbwegs biologisch wissenden Individuum ziemlich grotesk vorkommen. Aber auch anderswo gibt es Sitten und Gebräuche, die uns seltsam anmuten. So wurden wir als Japanisch-Lernende gestern mit dem Festtag des „shichi go san“ konfrontiert. Was passiert dabei? Kleine Kinder werden geschminkt und auf die Straße geschickt. Spätestens das dürfte Kinderschützer auf den Plan rufen. Aber es wird noch schlimmer: Laut unserer Lehrerin bekommen die Kids von Erwachsenen lange, 15 Zentimeter lange harte Stangen, die sie sich in den Mund stecken. Es mag sich entrüsten wer mag: Ich konnte mir nur schwer verkneifen, lauthals vor Lachen loszubrüllen. Die harten Stangen, in weiß und pink und nicht in dunklen Farben erhältlich, bestehen übrigens aus Zucker- bzw. Bonbonmasse. Der Zweck des Festes ist es, die lieben Kleinen zu einem Shinto-Schrein zu schleifen und dort um ein langes Leben zu bitten. Gut….die Zähne gehen in DEM Alter ja nochmal in die zweite Runde, sonst würde ich sagen: Ein Fest der Zahnärzte.

Im Namen des Volkes

Donnerstag, 05. November 2009

Derzeit besuche ich einen Lehrgang, bei dem es heute zum Bespaßungsprogramm gehörte, in Frankfurt das Landesarbeitsgericht zu besuchen und bei diversen Fällen das Ruder in letzter Minute durch ein mitreißendes Plädoyer herumzureißen einfach mal still und leise zuzuschauen. Spannend war es allemal: Last-Minute-Überraschungs-Zeugen (die die Klappe nicht halten konnten), bummelnde Verteidiger, dicke Taschen voller Akten…und die Erkenntnis, dass das Urteil eben nicht im Anschluss an die Sitzung gesprochen wird, sondern STUNDEN später. Zitat: „Rufen Sie mal so gegen 15 Uhr an.“ Und was, mein lieber Elch, bringst Du uns da mit? Ein unscharfes doofes Photo, auf dem man aber auch rein garnichts erkennen kann?

06112009Ja, hallo…! Wenn Du Klarheit willst, dann kuck nachmittags Richterin Babsi Salesch!

Herzileiiiiin…..

Donnerstag, 05. November 2009

Am Montag habe ich mich mal wieder am Flughafen herumgetrieben. Und da ist mir dann dieses Schild aufgefallen… Jaja, ich weiß…hier gibt es einen Defibri…Dephi…na so ein Bitzelding halt, mit dem man Tote wieder zum Leben erweckt…Stecker rein, mit 100 Millionen Volt das Brusthaar wegbrutzeln und schon rennt Opa Kabutzke die Meile in unter 10 Sekunden….zumindest will es Hollywood so.

03112009Aber irgendwie finde ich sieht das eher aus, als könne man hier entweder eine Rückenmasssage bekommen oder einfach von irgendeinem Typen in den Innereien herumbohren lassen. Ich finds jedenfalls komisch.

Tun Sie DAS woanders!

Dienstag, 03. November 2009

Japaner sind sehr diszipliniert. Das merke ich jede Woche, wenn sich meine Sprachlehrerin mit uns herumschlägt und wir wieder mal von suwarimasu die falsche te-Form benutzen. Offenbar gibt es aber immer wieder vor Ort in Japan an den Bahnhöfen Probleme mit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, wie ich jüngst lesen (Danke P., für diesen wie immer sehr lesenswerten Beitrag!) konnte. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Metro in Tokyo inzwischen zahlreiche Poster mit Verhaltensregeln auf Lager hat – zumal diese zeigen, dass es immer noch kulturelle Differenzen bei der Interpretation gibt:

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„Spielen Sie Golf bitte nur mit Ihrem Regenschirm!“

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„Hier müssen Sie Übungen an den Ringen machen, sonst dürfen Sie hier nicht stehen!“

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„Tun Sie nicht so, als hätten Sie ein Handy zwischen Kopf und Schulter eingeklemmt. Das ist verboten! Sie müssen auch ein Handy dazwischenklemmen! Und wenn Sie schreiben wollen, dann benutzen Sie gefälligst einen Bleistift!“

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„Der Nikolaus darf nicht mit diesem Zug fahren!“