Archiv für September 2009

Was wir so machen: MOLM

Dienstag, 29. September 2009

Wir sind ein internationales Unternehmen. Schön. Damit aber nicht pausenlos Reisekosten anfallen, wenn uns mal irgendein Hansel aus Sankt Sonstwhere was zu sagen hat, hat die große Firma Microsoft das tolle Ding mit Namen MOLM entwickelt. Das steht für „Microsoft Office Live Meeting“. Das hört sich in der Theorie gut an. Man schaltet sich einfach online zusammen und palavert virtuell. Heute durfte ich für eine Schulung endlich erstmals an einem MOLM teilnehmen und was soll ich sagen? Wie also muss man sich vorstellen, wenn wir zusammen molmen? Man beauftragt pro Büro einen armen Irren, der tagelang nichts anderes macht, als das MOLM-Programm auf einem Notebook/PC installieren zu lassen und irgendwelchen Kram zu koordinieren, von dem man später ohnehin nichts merkt. Dann kommt der große Tag. Man trifft sich mit einer x-beliebigen Anzahl Menschen in einem x-beliebigen Raum, der vorher von besagtem Laufburschen hergerichtet wurde. In andächtiger Ruhe versammelt man sich um eine sogenannte Telefonspinne und lauscht wie einst Moses dem brennenden Dornenbusch andächtig den sphärischen Klängen, die da aus der Telefonspinne ertönen. Keiner traut sich, mehr als einen Satz zu sprechen, und wenn, dann nur sehr leise, will man doch das unbekannte Wesen, das in diesem Fall auch noch aus UK kommt, mit irgendwelchen Sätzen verwirren oder gar verärgern. Dann ist es endlich so weit: Die Stimme eines übernatürlichen Wesens des Moderators, der auf den Namen Allan hört, erklingt. Minutenlang folgen dann denkwürdige Dialoge wie „Hello, are you there?“ oder „Where is Jessica? I can’t find Jessica.“ Me too. Scheint wohl eine Nebengöttin jemand anderes zu sein. Wenn denn alles schief geht, kann man die Teilnehmer per „Private Chat“ antickern. Und damit keiner verloren geht, kann auch jeder diesen „Private Chat“ sehen. Sehr clever! Nach rund zwanzig Minuten hat das Überwesen all seine Schäfchen eingesammelt, um diese an den diversen Systemabstürzen teilhaben zu lassen oder ihnen einfach zu demonstrieren, dass ER / SIE /ES wohl allein durch Willenskraft in der Lage ist, einen Mousezeiger mit hackigen Bewegungen über den Bildschirm zittern zu lassen. Großartig! Die Masse schweigt in andächtiger Stille und folgt mit ehrfürchtigem Blick dem Zitterzeiger, den Wackelbildern oder starrt einfach nur andächtig auf die Telefonspinne. Aber wie jede gute Show ist auch diese Andacht irgendwann zu Ende. Statt mit einem Lied verabschiedet man sich mit der frohen Botschaft, dieses Ereignis bei Bedarf gerne nochmal zelebrieren zu können. Ich bin immer noch hin und weg und schwebe in transzendenten Spähren. MOLM…““Meeting Ohne Langes Maulen“….“Mümmelnde Offstimme  Leiert Müll“…oder doch eher „Murxiges OnLine Meeting“? Trotzdem…die Masse verlangte nach mehr. „Allan, how can we reach you?“ wollte eine gläubige Jüngerin wissen. DAS ist ja nun einfach. Bei jedem Mailprogramm gibt es einen Button, auf dem steht „Allan antworten“.

„Mein Gott…es ist voller Sterne…“

Dienstag, 29. September 2009

Na, Filmzitat erkannt? Mit diesem denkwürdigen Satz aus „2001 – A Space Odyssee“ könnte man auch den gestrigen Japanischunterricht betiteln. Wir erinnern uns: Infos über die japanische Kultur sind immer Bestandteil des Unterrichts und kommen am Ende der Sitzung. Ich nenne es den „kulturellen Rausschmeisser“. Schon einmal durfte sich unsere Gruppe an der Kunst des japanischen Papierfaltens – Origami – versuchen. Damals sollten wir uns einen Kranich falten….auch wenn bei den meisten eher eine alte Nebelkrähe oder ein Stück undefinierbar zusammengeschustertes Papier herauskam. Da wir aber wissen, dass selbst japanische Kindergartenkinder das alles beherrschen und wir nun schon fast Fortgeschrittene sind, ging es in die nächste Runde. Wir nehmen also zwei Stück Papier unterschiedlicher Farbe….

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…an denen wir ein bißchen rumfalten. Und immer darauf achten, dass…ach, egal…haben wir eh nur mit Hilfe unserer charmanten Lehrerin hinbekommen. Die beiden kunstvoll gefalteten mit Ach und Krach zusammengemurxten Papierdinger werden dann ineinander gelegt und miteinander verpackt und *tadaaaaaaa*…..

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…wir haben einen orginal Ninja-Wurfstern. Im Hintergrund sehen wir, dass es manchmal drei Hände braucht, um das Ding zusammenzusetzen. Dank meiner herausragenden Fähigkeiten war ich aber schneller fertig…und war der Erste, der das Ding wieder zerlegen durfte, weil es falsch zusammengesetzt war. Dann aber war der Wurfstern fertig. Jetzt nur noch kucken, wer den größten hat….

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…und sich drüber freuen. Dafür wurde ich Dritter im Wurfsterneweitwurf und gewann zwei japanische Karamellbonbons mit Salzgeschmack. Seeehr lecker! Achso: Der Eindruck, dass wir nur drei Personen sind, trügt. Der Eindruck, dass mein Wurfstern an dieser Stelle immer noch falsch zusammengesetzt war, trügt leider nicht.

Pixars „OBEN“ in der Kurzkritik

Montag, 28. September 2009

Gestern war ich in „OBEN“ (engl. „UP“). Hier ein paar Takte dazu: Wer meint, 90 Minuten am laufenden Band abzulachen, der wird enttäuscht werden. Die meisten Gags sind bereits im Trailer verbraten. Aber: Für mich besitzt der Filme eine wunderbar poetische Magie, die den Zuschauer verzauber kann – wenn er sich darauf einlassen will. In mir weckte der Film bereits in den ersten Minuten emotionale Momente und erzeugte eine starke Identifikation mit Carl, der Hauptfigur. Und: Diverse Filmzitate machen einfach Spaß. Ob allerdings der Bezug zu Klaus Kinski in „Fitzcaraldo“ gewollt ist, der einen Dampfer durch den Dschungel zieht, mag dahingestellt sein. Schön anzusehen ist es allemal, wenn Carl seine alte Hütte im Schlepptau hinter sich herzieht. Was mir das Finale ein wenig vermiest hat: Pixar gehört zu Disney und deshalb steht offenbar das Attribut „familientauglich“ ganz oben. Und genau hier liegt der Grund, warum der Film meiner Ansicht nach ein wenig zwischen den Stühlen steht. Es greift leider zu sehr das alte Gut/Böse-Muster auf, das auch noch zu allem Übel disneytypisch gelöst wird. Leider. Denn dies lässt wenig Raum, darauf zu verweisen, dass nicht nur Carl, sondern auch sein Widersacher im Grunde auf vergrantelte Art ihren persönlichen Luftschlössern nachjagen und sich bisweilen näher stehen, als sie es zugeben können. Sehenswert – und des derzeitgen 3D-Hypes zum Trotz, in 2D. Ohne Kopfschmerzen, ohne Wegwerfbrille und ohne das Gefühl, dass Effekte die Story killen.

Wer die Wahl hat…

Sonntag, 27. September 2009

…quält sich ins Wahllokal. Selten habe ich eine Bundes- oder Landtagswahl erlebt, wo ich so wenig Lust hatte, ins Wahllokal zu schlappen. Irgendwie ist das alles fast völlig an mir – und scheinbar auch der Republik – vorbeigegangen. Aber trotzdem…da ich grade in der Nähe war, war ich dann halt auch mal wählen….

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Erstinspektion Kawasaki Ninja

Mittwoch, 23. September 2009

Heute ist es so weit und Hoshi, mein kleiner Ninja, bekommt seine Erstinspektion. Damit endet auch mehr oder minder die Einfahrphase. Ich muss jetzt also keine Panik mehr haben, dass mir bei Drehzahlen jenseits der 7, 8, 9 oder 10.000 Umdrehungen die Ventile aus dem Auspfuff fliegen. Hoffe ich zumindest.  Zumindest sind wir alle guter Dinge, inklusive mein kleiner Ninja Hoshi, der hier ein wenig mit seinen Artgenossen bei Kawasaki Südhessen plaudert, bevor es in die Werkstatt geht.

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US-Modellbahn-Convention in Rodgau

Dienstag, 22. September 2009

Endlich! Nach zwei Jahren des Wartens war es am letzten Wochenende wieder so weit: Die zweite US-Modellbahn-Convention öffnete in Rodgau ihre Pforten. Einmal mehr gab es ausgezeichnete Modellbahnanlagen nach US-Vorbild zu sehen, die mich wieder einmal in Anbetracht der Perfektion in eine mittelgroße Schaffenskrise stürzen, weil das einfach so gut umgesetzt ist, dass man kaum herankommt. Allerdings wunderte es mich schon, dass nicht ein Big Boy dabei war – und das, obwohl es mehr Anlagen und vor allem größere Anlagen als 2007 zu sehen gab. Aber egal! Auch eine „Galloping Goose“ hat ihren Charme:

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Oder auch diese herrliche 0-6-0:

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Dropshot – das Wutzmagazin für Fische

Dienstag, 22. September 2009

Heute habe ich einen lieben Freund an den Flughafen gefahren. Das mache ich auch gerne, bietet es den Daheimgebliebenen doch die Chance, wenigstens kurz den Duft der großen weiten Welt zu schnuppern, etwa indem ich in den dortigen Buchläden nach Zeitschriften schauen kann, die einem nicht am Kiosk um die Ecke begegnen. Sehr schnell wurde ich fündig. „Dropshot“….das Magazin….nunja, wohl für Angler. *gähn* Aber der Name…“Tröpfelschuss“ oder so ähnlich. Und das Cover sieht auch aus, als sei es es ein Fetisch-Heftchen für Fische. Oder was bitte knutscht der Fisch da auf der Titelseite genau ab? Mir fällt da einiges ein und nichts davon ist jugendffrei.

23092009

SUV = Schlagloch Untaugliches Vehikel

Freitag, 18. September 2009

Beim Autofahren gibt es eine Menge Dinge, die einem peinlich sein können. Aus Versehen Diesel getankt, wenn man einen Benziner fährt zum Beispiel. Oder an der Ampel den PS-Hengst machen und die bespoilerte Sportschüssel dann galant abwürgen, wenn man versucht, den Schnellstart hinzulegen. Peinlich fand ich aber auch die folgende Aktion, die ich heute erleben durfte: Hinter mir fuhr ein Fahrzeug, das laut Hersteller bereits im Stand temperamentvoll und sportlich wirkt. Kraftvolle Front und eine elegante Linienführung machen ihn….blablabla…Ein x-beliebiger SUV halt. BMW X3. Daher ja also das „X“? Egal….Hier mit wird die Straße zur Piste…oder war es umgekehrt? Auch egal. Als ich heute früh zur Arbeit fuhr, war so ein SUV-Dickschiff hinter mir. Und blieb es auch. Denn an einer Baustelle, an der eine Bodenwelle (Belag abgeschabt) alle diejenigen, denen ihre Stoßdämpfer lieb sind, zu langsamen Fahren animierte, hielt der Fahrer dieses Pseudo-„Geländewagens“ an….und wartete. Er wartete so lange, bis kein Gegenverkehr kam…um dann langsam über die Gegenfahrbahn um die Bodenwelle herum zu fahren.  Für was bitte um alles in der Welt ist so eine Schleuder denn sonst gut, wenn nicht mal ein Schlagloch auszuhalten? Oder kann ein X3 SUV nicht einmal das?

Freitags-Fraß

Donnerstag, 17. September 2009

„Morgen in Ihrem (i.e. unserem) Betriebsrestaurant: Fish & Chips mit Zitrone, grüne Bohnen und Kartoffelsalat.“ Was bitte soll denn DAS für eine Mischung sein???? Chips…und Kartoffelsalat? Wie wäre es dann zum Beispiel mit Schnitzel, Kabeljau und Radieschen? Oder Frikadellen, gekochte Eier und Schokopudding? Was ein Glück bin ich Vegetarier.

Husten Sie mir was!

Mittwoch, 16. September 2009

Wer sich bei uns in der Agentur in den Waschräumen aufhält, hatte bislang wenig Abwechslung. Blick nach vorne in den Spiegel…wenig spannend. Wer aber nun den Blick der eigenen Visage nicht mehr genießen kann oder will, kann sich nun nach rechts wenden. Dort findet sich nun ein Infoblatt, das über einen pfiffigen PR-Einfall der Pharmaindustrie die Schweinegrippe informiert. Toll…um es mit Robert Lemke zu sagen „Welches Schweinderl hättens denn gern?“ Eigener Anblick oder Schweinegrippe? Und was also rät man uns aus der Sicht der namentlich nicht genannten Experten? „Hände waschen“. Toll. Und zwar mehrfach täglich und das auch noch mindestens 20 bis 30 Sekunden lang und bitte auch zwischen (!) den Fingern. Ich bin baff. Und frage mich, wie ich Händewaschen bei uns verbuchen muss. Aber es geht ja noch weiter….

16092009

„Hygienisch husten“ steht da. Will heißen: Abstand halten und den ganzen Auswurf möglichst auf den Boden, an die Wand oder gleich in die Kontaminationskammer sabbern. Achja, die eigenen Klamotten vollspucken darf ich auch. Und nicht, also wirklich NICHT auf andere Leute. Herrje, die Schweinegrippe nimmt einem wirklich jeden Spaß…